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    Interview: Tatort+

    Vier “Desperados” hocken im Kastenwagen. Abtransport. Lena Odenthal und Mario Kopper, die Martin Riggs und Roger Murtaugh von Los Ludwigshafen, wollen noch wissen wie deren Betreuer Watzlawick von der Klippe gestürzt ist. Die Kerle schauen sich gegenseitig an und schweigen. Einer für alle, alle für einen. Feierabend. Tatort-Abspann-Musik. (Danach: Schlecht, GEZ-Gebühren zurück oder gar net so schlecht, wie immer halt.) 

    Wem das zu wenig Auflösung war, konnte direkt im Anschluss (und noch bis kommenden Sonntag, 20. Mai) bei dem sogenannten Click-and-Point-Spiel Tatort+ online weiter den Täter ermitteln, ein Novum in der über 40jährigen Tatort-Historie.

    Wie man auch hier vernehmen konnte, fand das Spiel so manch einer gar nicht schlecht. Ich selbst hab zugegeben nur kurz ein bisschen rumgeklickt und dann schnell die Geduld verloren – bin einfach kein Gamer. Trotzdem fand ich den Ansatz spannend und wollte mehr wissen. Patrick Schneider, Social Media Manager beim SWR, über eines der Netzthemen der Woche, Serverausfälle und ob man solche Social-Media-Upgrades überhaupt braucht.

    Wer und wie kam man auf die Idee zu dem angedockten Online-Game Tatort+? 

    Patrick Schneider: Die Idee wurde in der Tatort-Redaktion des SWR geboren. Schon während der Drehbuchphase hatten die Kollegen das Gefühl, dass dieser Film sich auf Grund seiner atmosphärischen Dichte und der Tatsache, dass ohnehin eine Art offenes Ende vorhanden war, besonders gut für ein Online-”Bonbon” eignen würde. Der Film wäre aber auch ohne Tatort+ genau so gelaufen. Die Kollegen vom Fernsehen sind dann auf die Onliner zugegangen und dann haben wir losgelegt.

    Der Tatort ist kein Ba-Wü-SWR-Ding, sondern eine “nationale Angelegenheit”. Wie kam die Idee allgemein bei der ARD an? 

    Patrick: Natürlich muss man bei einem solchen Projekt, dass eine DER Marken von DasErste betrifft, ein bisschen mehr Überzeugungsarbeit leisten als bei einem hausinternen Projekt. Aber das der Tatort, insbesondere bei Twitter, jeden Sonntag für einen großen Buzz im Netz sorgt, ist hinlänglich bekannt und hat die Entscheidung deutlich vereinfacht. Zumal die gesamte Zeit galt: Ob die Zuschauer und User das Spiel spielen wollen, ist ganz ihnen überlassen. Der Tatort im Ersten muss für alle funktionieren, egal ob mit oder ohne Onlineaffinität.

    Kannst Du weiterhin kurz ein die Vorplanung skizzieren?

    Patrick: Das gesamte Projekt war für alle Beteiligten eine sehr intensive Zeit. Neben der eigentlichen Konzeption und Entwicklung, die wir gemeinsam mit einer Agentur realisiert haben, mussten Teile der Geschichte, Dialoge, Ablauf des Spiels, aber auch das gesamte Drumherum, wie die Tatort-Twitterwall im Videotext oder die Bereitstellung des Films in Full HD auf YouTube geplant, besprochen, genehmigt und umgesetzt werden. Ich muss aber sagen: Hat richtig Bock gemacht, dann ists auch egal, wenn man Samstag um 23 Uhr noch mal eben Nachfragen per Mail beantwortet.

    Nun kam es zu einer Panne und einem kleinen “Shitstorm”. Das Spiel wurde z.B. auch hier auf dem Blog von manch einem als ganz ordentlich empfunden, aber die Server gingen scheinbar schnell in die Knie. Was war los?

    Patrick: Das sehe ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Wir waren eigentlich ziemlich gut aufgestellt, aber die Anzahl der gleichzeitigen Zugriffe am Sonntag hat uns dann doch überrascht, wie man gemerkt hat. Von einem Shitstorm würde ich nicht sprechen, insbesondere am Sonntag konnten wir durch offene und ehrliche Kommunikation über den Tatort-Twitter-Account und die Facebook-Page der Kritik sehr gut begegnen und unsere Situation erklären. Ein echter Shitstorm sieht anders aus.

    Insbesondere die BILD hat scheinbar an den Server-Aussetzern und dem Game einen Besen gefressen und klopfte die Tage in gewohnter Manier drauf, Zitat “Eine Mords-Blamage für die ARD”. Schwingt da ein wenig auch der alte ARD vs BILD Beef mit? 

    Patrick: Die BILD hat natürlich wie kaum ein anderer ein Gespür dafür, wie man solche Themen wirksam aufbereitet. Mich lässt das kalt, die Bild ist sicherlich (im positiven Sinne) mit dafür verantwortlich, dass soviele Leute Montag und Dienstag noch ins Spiel eingestiegen sind. Über 90.000 Spiele (Stand Mittwochvormittag, 16. Mai, KTV) bislang sprechen da eine deutliche Sprache. Außerdem: Die Redakteure müssen unser Spiel auch gespielt haben, sonst hätten sie den Mörder nicht verraten können.

    Wie ist allgemein die Resonanz? 

    Patrick: Wir sind überwältigt und mehr als zufrieden – unsere Zielsetzung haben wir schon am ersten Tag geknackt. Inzwischen sind wir, wie gesagt, bei mehr als 90.000 Spiele, die über Tatort+ gespielt wurden. Die Zugriffe auf die Tatort-Website haben sich am Sonntag und Montag mehr als verdreifacht und das Echo der User ist – von den berechtigten Kritik am Sonntag und Montag abgesehen – mehr als positiv.

    Kannst Du dir auch deswegen vorstellen, dass eine derartige Aktion wiederholt wird? Und Sinnfrage: Braucht das die Marke Tatort eigentlich, eine der stärksten im deutschen Fernsehen überhaupt?

    Patrick: Gegenfrage: Warum nicht gerade mit einer der stärksten Marken im deutschen Fernsehen? Wie viele Studien bestätigen, wird Social TV in all seinen Ausprägungen wird immer wichtiger. Der Tatort ist perfekt für dieses Pilotprojekt gewesen: Hohe Zuschauerzahlen durch alle Generationen und ein sehr hoher Anteil an Menschen, die ohnehin online diskutieren und sich mit der Marke beschäftigen. Die Nutzerzahlen aber auch die reine Quantität sowie die Qualität des Feedbacks zeigt: Da haben wir einen Nerv getroffen.

    All das sind natürlich die besten Argumente, um irgendwann ein Nachfolgeprojekt aufzusetzen. Soweit sind wir aber noch nicht, wir werden in den nächsten Wochen alles auswerten und dann schauen wir, wie es weitergeht. Aber das Interesse besteht nicht nur bei den Usern und Zuschauern.

    Tatort+ kann noch bis Sonntag, 20. Mai gespielt werden
    Tatort Facebook  & Tatort Twitter

     
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    Heute Abend: SWRdirekt “Wer glotzt denn noch TV?”

    Im Rahmen des Stuttgarter Medienkongress findet heute Abend im Geno Haus, Heilbronnerstraße, die “multimediale Veranstaltungsreihe” SWRdirekt statt. Dabei wird diskutiert: “Wer glotzt denn noch TV?” Geht alles in allem ein wenig um Analoges Zeitalter vs. Internet, sprich wer überhaupt noch Tageszeitung liest, Radio hört oder eben Fernsehen guckt.

    Neben SWR-Moderatorin Eva Gnädig hocken in der Diskussionsrunde:

    • Daaruum (Youtuberin)
    • Mercedes Lauenstein (jetzt.de/ Süddeutsche Zeitung)
    • Hadnet Tesfai (MTV, Pro7, Bloggerin)
    • Dr. Kai Gniffke (Tagesschau)
    • Frederik Peters (SWR)
    • ein Dire Straits-Fan von KTV

    Die Sendung wird gestreamed, außerdem können sich Interessierte per Mail, Facebook oder Twitter in die Diskussion einschalten.

    Da ich aus dem Printbereich komme und auch immer noch im Druckgeschäft arbeite, hab ich in Vorgesprächen schon gesagt, dass wir diese Diskussion schon seit 10 Jahren führen (da kam das Thema nämlich erstmalig bei Sub Culture auf, Tenor “ihr werdet bald aussterben”) und wahrscheinlich in 10 Jahren immer noch darüber diskutieren. Bin gespannt zu welchen neuen Erkenntnissen wir heute Abend kommen.

    Die Youtuberin Daaruum hat sich ebenfalls schon mal vorab 15 Minuten lang Gedanken gemacht.

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    Und noch der Trailer zum Medienkongress.

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    SWRdirekt “Wer glotzt denn noch TV?” – ab 18 Uhr live im GENO Haus oder Stream
    Mehr Infos hier oder auf der nächsten Seite. 

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    Tatort mit selber

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    Ken putzt seit Woche seine Detektivlupe, bügelt sein Schlapphut, pikst seine Lena-Odenthal-Voodoo-Puppe und freut sich sowieso brutal auf morgen Abend. Wie schon vor ein paar Monaten nach der SWR-Pressekonferenz angekündigt, kommt morgen der Ludwigshafener Tatort mit einem erstmaligen (und wie vielleicht auch einmaligen) Upgrade: Die Zuschauer können im Anschluss online unter dem Motto Tatort+ auf weiter ermitteln, denn eine Frage der Folge bleibt offen.

    “In einem Point-and-Click-Spiel gehen die Online-Ermittler Spuren nach, sammeln und kombinieren Indizien und befragen Zeugen und Verdächtige”, heißt es bei den Infos auf der nächsten Seite. Das Wort Point-and-Click-Spiel höre ich gerade zum ersten Mal, aber bin auch absolut kein Gamer. Via Facebook und Twitter kann man sich mit anderen Hobbyermittlern austauschen, ausserdem steht das Ludwigshafener Team zur Seite.

    Mehr zu Tatort+ hier  oder nächste Seite

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    Hipster: “Ein Virus, das sich ungeschützt verbreitet”

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    Hipster als Buch (das ich mir noch holen will), Hipster im TV, Hipster hier, das Phänomen, bzw. die Auseinandersetzung damit reißt nicht ab. Paddi hat uns auf obigen ZDF-Aspekte Beitrag aufmerksam gemacht, wurde scheinbar letzte Woche ausgestrahlt, er fand ihn “recht amüsant”, kann ich so unterschreiben, aber ist auch fürs ZDF an sich gar nicht schlecht und die Spezies wird weitgehend ziemlich treffend beschrieben.

    Dabei fallen Sätze wie: “Ein Virus, das sich ungeschützt verbreitet”, ”Der Hipster leidet unter krankhaften Shopping-Wahn und muss sich sein ich zusammenshoppen.” oder ”Im Grunde ist er ein asoziales Wesen.”

    Dabei kommt Mark Greif, nicht zu verwechseln mit Marcel Reif, der gestern zumindest laut einigen Tweets eine großartige Performance hingelegt hat, wie übrigens auch der unsägliche Sat1-Mod (“Drama, Baby!”) ausführlich zu Wort, der vor ein paar Monaten oben erwähntes Buch “Hipster: Eine transatlantische Diskussion” im Suhrkamp Verlag veröffentlichte und ihm damit in deutschen Medien mächtige Präsenz eingeräumt wurde. Greif gibt in Amerika die Literaturzeitschrift n+1 heraus und dokumentierte die New Yorker Occupy-Bewegung vergangenen Winter. 

    Deekay wiederum hat uns ebenfalls zum Thema ein paar Tagen zuvor eine etwas ältere Doku auf Arte geschickt.

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    Und ich bin ebenfalls vom Virus befallen. Mein neuer (gebrauchter) Stadthobel (aber ey, mit Gangschaltung):

    (Im Hintergrund von links nach rechts: Handtücher für die Wäsche, Frau mit riesiger Dollarnote, Bams-N-Rams & DJ Hell im Depot irgendwann in den 90ern) 

    Bisschen Gold im Leben muss sein. Und unser offizieller Hipster im Team, Mr. Thorsten W. hat heute Geburtstag. Happy Birthday und das passende Bild:

     
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    Don’t Fuck With Stuttgart

    Eine lockere Mischung aus Saure Gurken, “Hä?” und “Ahja!”: Eben noch ein kleiner Aushilfsjob als Schauspieler bei “Aktenzeichen XY” und dann schon fast in U-Haft. Aaron Defant, Schauspieler u.a. beim Marienhof und im Normahl-Film “Jongr”, mimte im März einen Juwelendieb für die lässige Fahndungsshow “Aktenzeichen XY”. Die Performance war scheinbar ziemlich überzeugend.

    Als er vergangenen Donnerstag am Stuttgarter Hauptbahnhof auf ein paar Freunde wartete, um mit denen ins Theater zu gehen, wurde er da von den Wachtmeistern gestellt. Ein Zuschauer, glaubte den Dieb aus dem Fernsehen erkannt zu haben. Nach zehn Minuten klärte sich das Malheur aber auf. Sind ja auch nicht doof, unsere Cops. Hier gibt’s die Geschichte bei Spiegel Online, hier in den Stuttgarter Nachrichten.

    Hab’ trotzdem ein bisschen Angst, dass jemand im Übereifer Ryan Gossling den Führerschein abnimmt, weil er bei “Drive” zu schnell gefahren ist oder dass Bruce Willis erschossen wird. Man weiß ja nie.

    Wer sich professionell im Petzen Vorsorgen üben will oder der Polizei anderweitig unter die Arme greifen möchte: Auf Stadtbahnen wird derzeit eifrig für polizei-beratung.de geworben. Da warten schneidige Infos, Tipps und Tricks für Musterbürger.

    Äh, Apropos Gossling: Der Mann macht mir langsam Angst. Drive, ist auch dank dem Typen, der beste Film seit langer Zeit und jetzt auch noch das: Seine Band Dead Man’s Bones ist auch gar nicht so schlecht, wie das bei Schauspielern normalerweise der Fall ist.

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    Passabel, gell? Komm, da geht noch einer. Apropos: Ich geh’ jetzt wieder ein bisschen wachtmeistern in der Nachbarschaft.

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    Ted Wahlberg

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    Beschwerde reingeflattert: “Machmal nicht immer so Slayer und so”. Okee. Kuscheltiere? Haben wir hier noch nie gehabt, oder? Nur Zombies.

    Dann geh’ ich mal vorraus. Ich hab mehrere Kuscheltiere: Werner, einen haarigen Affen, den ich nur bekommen habe, weil mein kleine Nichte damals Schiss vor ihm hatte. Dann gibt’s Jacques, einen Eisbären. Wenn man ihm auf den Bauch drückt, furzt er nicht, sondern singt “My Girl” von Judas Priest, ‘verzeihung, den Temptations. Und dann gibt’s noch Tieschäh, einen Tiger. Steht oft neben dem Bett rum, guckt mich und passt auf. Ein Neuzugang: Roffel. Ein Hund mit Schlappohren. Wenn man ihn anschaltet lacht er völlig irre und rollt sich dabei über den Boden. Killer.

    Die sind aber alle nix gegen Affie. Seine Besitzerin hat den seit es sie gibt. Dementsprechend, äh, zerfleddert jung und frisch sieht der auch aus. Ist voll der Celebrity. Neulich am Bahnhof wurde seine Besitzerin angesprochen “Mensch, wie lange haben wir uns nicht gesehen? Das muss ja mindestens zweieinhalb Jahre her sein. Wie geht’s denn Affie?”

    Jetzt gibt’s Konkurrenz von Ted, einem Teddybär. Er gehört Mark Wahlberg, kann sprechen. Der achtjährige Bub in mir, will jetztsofortaufderstelle ins Kino. Keine Ahnung, wie ich das bis zum Kinostart am 2. August aushalten soll. Ich frag mal Werner, Jacques, Tieschäh, Roffel und Affie.

    Achso, zum Mitsingen: der Thundersong.

    If you hear the sound of thunder,
    don’t you get too scared.
    Just grab your thunderbuddy
    and say this magic words:
    Fuck you, thunder!
    You can suck my dick.
    You can’t get me thunder,
    cause your just god’s fart, pff.

     
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    Und jetzt noch fett auf RTL2

    “Die ersten Takte erinnern an Freundeskreis…” Super Bericht.

     
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