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    Dillon Live

    Am 14. Dez 2011, 08:58 Uhr von martin

    Gestern beim Mittagesssen mit Brunski meint er: Irgendwie wollen ALLE morgen zu Dillon ins Rocker. Meinte ich, ging voll an mir vorbei, bis ich für LIFT neulich die Ankündigung tippen musste. Sogar zwei seiner Nachbarn hätten ihn unabhängig voneinander nach Karten gefragt – das limitierte VVK-Kontingent war schnell weg. Das Rocker meinte wiederum, es gibt noch wenige Karten an der AK, für 15 Euro das Stück, die Türen öffnen sich um 20:00 Uhr.

    Dominique Dillon de Byington wurde, so stand es zumindest in der Bpitch Info, sozusagen von Koze entdeckt. Der prophezeite der jungen Damen eine famose Zukunft. Die ist nun scheinbar eingetreten, kürzlich erschien ihr Debütalbum “The Silence Kills”, scheinbar ist ein Hype entstanden, sogar der SWR horcht auf. Hat zumindest beim Rocker angefragt (wegen was auch immer, Interview, Liste, etc.).

    Hörprobe eins:

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    Ein anderer Kollege meinte wiederum, schon 20 Mal gehört so etwas. Klar, schwermütige Elektronik kombiniert mit fragmentartigen Gesang hab ich auch ne halbe Tonne im Keller. Fast. Dillon scheint aber wohl mit ihrer etwas schrägen Stimme und dem Laptop-Sound den extrem Nerv der Zeit zu treffen.

    Hörprobe zwei.

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    Das ganze Album kann man u.a. bei Amazon durchskippen.

    Ansonsten Teil 2 von Midlove im Dilayla, das Debüt letzte Woche lief ziemlich gut, zumindest so gut, dass Igor der Bär am nächsten Tag etwas am Säck war.

    Bow Tie meinte dasselbe. Sind übrigens immer alle DJs vom Plakat da – außer es kann halt einer mal nicht. Musikalisch klare Disco-House-Breitseite. For the l.o.v.e. und so. HipHop hört man natürlich am Mittwoch im Stereo – heute Abend mit DJ Emilio.

    Gestern beim Mittagesssen mit Brunski meint er: Irgendwie wollen ALLE morgen zu Dillon ins Rocker. Meinte ich, ging voll an mir vorbei, bis ich für LIFT neulich die Ankündigung tippen musste. Sogar zwei seiner Nachbarn hätten ihn unabhängig voneinander nach Karten gefragt - das limitierte VVK-Kontingent war schnell weg. Das Rocker meinte wiederum, es gibt noch wenige Karten an der AK, für 15 Euro das Stück, die Türen öffnen sich um 20:00 Uhr. Dominique Dillon de Byington wurde, so stand es zumindest in der Bpitch Info, sozusagen von Koze entdeckt. Der prophezeite der jungen Damen eine famose Zukunft. Die ist nun scheinbar eingetreten, kürzlich erschien ihr Debütalbum "The Silence Kills", scheinbar ist ein Hype entstanden, sogar der SWR horcht auf. Hat zumindest beim Rocker angefragt (wegen was auch immer, Interview, Liste, etc.). Hörprobe eins: [youtube]http://www.youtube.com/watch?v=Mm6MBNAG6-Y[/youtube] Ein anderer Kollege meinte wiederum, schon 20 Mal gehört so etwas. Klar, schwermütige Elektronik kombiniert mit fragmentartigen Gesang hab ich auch ne halbe Tonne im Keller. Fast. Dillon scheint aber wohl mit ihrer etwas schrägen Stimme und dem Laptop-Sound den extrem Nerv der Zeit zu treffen. Hörprobe zwei. [youtube]http://www.youtube.com/watch?v=BDsuR22GQPQ[/youtube] Das ganze Album kann man u.a. bei Amazon durchskippen. Ansonsten Teil 2 von Midlove im Dilayla, das Debüt letzte Woche lief ziemlich gut, zumindest so gut, dass Igor der Bär am nächsten Tag etwas am Säck war. Bow Tie meinte dasselbe. Sind übrigens immer alle DJs vom Plakat da - außer es kann halt einer mal nicht. Musikalisch klare Disco-House-Breitseite. For the l.o.v.e. und so. HipHop hört man natürlich am Mittwoch im Stereo - heute Abend mit DJ Emilio.

     
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  • 15

    Jugendwort des Jahres 2011: Swag

    Am 5. Dez 2011, 14:37 Uhr von martin

    (Classic)  

    Der Langenscheidt-Verlag hat “Swag” zum Jugendwort des Jahres 2011 gekürt. Seit Jahrtausenden Standard-Repertoire in dem rappigen Teil der USA, in unseren Breitenkreisen, würde ich mal stark behaupten, hat der Geldjunge dem Wort einem leichten Popularitätsschub verholfen.

    Auf den Plätzen befinden sich sowohl altbackenes bzw. gängiges (Fjehden, googeln, Bitchmove, Gesichtsbuch, Hausfrauenpanzer aka Halbhöhenlagenpanzer, Laser, Erzeugerfraktion) als auch mir total unbekannte Begriffe (Rubbeldiekatz, Zwergenadapter, Phosphatstange, Kathederpeter) sowie gängiges Internetjargon (lame, epic fail/fail).

    Die Liste kann man auf der Süddeutschen durchblättern.

    (Classic)   Der Langenscheidt-Verlag hat "Swag" zum Jugendwort des Jahres 2011 gekürt. Seit Jahrtausenden Standard-Repertoire in dem rappigen Teil der USA, in unseren Breitenkreisen, würde ich mal stark behaupten, hat der Geldjunge dem Wort einem leichten Popularitätsschub verholfen. Auf den Plätzen befinden sich sowohl altbackenes bzw. gängiges (Fjehden, googeln, Bitchmove, Gesichtsbuch, Hausfrauenpanzer aka Halbhöhenlagenpanzer, Laser, Erzeugerfraktion) als auch mir total unbekannte Begriffe (Rubbeldiekatz, Zwergenadapter, Phosphatstange, Kathederpeter) sowie gängiges Internetjargon (lame, epic fail/fail). Die Liste kann man auf der Süddeutschen durchblättern.

     
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  • 3

    Bud Dubel

    Am 2. Dez 2011, 11:00 Uhr von martin

    (Bilder von Busy und Dänce)

    Habs gestern Abend nicht geschafft, Thorsten auch nicht, der musste zu Karaoke, Busy und Dänce sendeten dafür auf ihrem SBFFDAY ein paar Bilder. War ein ziemlicher Alarm, wie man oben sieht, die beiden Füchse positionierten sich dann alternativ vor dem Hintereingang.

    Bildunterschrift: “Eigentlich gar kein bock aber Stimmung liegt in der Luft.” Stimmung oder Spannung?

    Dann kam er. Ohne Terence und im Auto.

    “Man wird also so dicht ans Haus gefahren, dass die Tür ins Haus aufgeht.”

    Noch ein Video von der StZ, die waren natürlich auch dort, Akkord-Signierstunde und immer nur die Initialen wenn ich das richtig sehe oder nur Bud?

    (Bilder von Busy und Dänce) Habs gestern Abend nicht geschafft, Thorsten auch nicht, der musste zu Karaoke, Busy und Dänce sendeten dafür auf ihrem SBFFDAY ein paar Bilder. War ein ziemlicher Alarm, wie man oben sieht, die beiden Füchse positionierten sich dann alternativ vor dem Hintereingang. Bildunterschrift: "Eigentlich gar kein bock aber Stimmung liegt in der Luft." Stimmung oder Spannung? Dann kam er. Ohne Terence und im Auto. "Man wird also so dicht ans Haus gefahren, dass die Tür ins Haus aufgeht." Noch ein Video von der StZ, die waren natürlich auch dort, Akkord-Signierstunde und immer nur die Initialen wenn ich das richtig sehe oder nur Bud?

     
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  • 3

    Kunstskaten auf dem Schlossplatz

    Am 28. Nov 2011, 18:32 Uhr von martin

    Da ich mich mit Kunst so gut auskenne, hab ich noch nie was von Michel Majerus gehört. War scheinbar ein Hammerkerl, der leider bei einem Flugzeugunglück 2002 ums Leben kam. Das Stuttgarter Kunstmuseum bietet ihm seit Samstag ein Plätzchen. Kam gut an, laut FB-Seite flanierten 2500 Leutz (wie wir Schranz-Fans früher geschrieben haben) durch die Hallen.

    “Michel Majerus wurde nur 35 Jahre alt, und doch hinterlässt der Künstler (1967 – 2002) ein vielschichtiges und umfangreiches Werk. In seinen Arbeiten zitiert er Phänomene der Alltagskultur wie Computerspiele, Comics und Werbung ebenso wie das kunsthistorische Repertoire von Minimal Art und Pop Art.

    Mit dieser Samplingmethode, die verschiedene Bildelemente frei und unhierarisch kombiniert, hat er der Malerei neue wichtige Impulse gegeben. Aufgrund der großen Formate seiner Arbeiten und ihres installativen Charakters konnten bislang nur wenige Museen das Werk von Michel Majerus in allen Facetten zeigen. Diese Lücke schließt das Kunstmuseum Stuttgart mit einer über hundert Gemälde und Installationen umfassenden Werkschau.”

    Jetzt hat dieser Majerus noch ein viel opulentes Ding gezimmert. Nämlich diese “Miniramp”

    Die ist gar nicht so mini, sondern 35 Meter (oder 46 Meter, unterschiedlich Angaben in der StN) lang. Riesenoscho sagten wir Schranz-Fans aus der Eifel früher. Seit Monaten, und das ging völlig an mir vorbei, gibt es in der Stadt eine Diskussion, ob man die Rampe auf dem Schlossplatz aufstellt und auch von Skatern genutzt werden kann. Das Kunstwerk heißt “If we´re dead so it is” und ist im Jahr 2000 entstanden. Der verstorbene Künstler sagte einst dazu: “Man keine Kunst mehr machen, die ausschließlich Kunst ist.”

    Die gute Susi, unsere Kulturbürgermeisterin, macht sich seit Wochen stark für die Rampe. Ob oder nicht liegt aber an Nils Schmid vom Hafa und Banana-Blues. “Er nämlich ist über die Zuständigkeit für den Schlossplatz als landeseigene Fläche Herr der Entscheidung. Und Schmid bringt jetzt auch wieder Bewegung in die Planung”, so die StN heute. Finanziert ist das Projekt übrigens von Porsche und Red Bull.

    Schmid sieht zwar eine “besondere Bedeutung”, gerade für die Jugend, aber der Schlossplatz sei eben auch dank seiner intensiven Nutzung an seine Grenzen gelangt. Klar, Eisbahn rockt. Der Plan: Die Rampe soll im Februar eben auf jener Eisbahn-Fläche platziert werden. “Vorteil dieser Lösung: Das nun bereits benutzte Areal würde nach dem Majerus-Finale Mitte April durch das städtische Gartenbauamt wieder komplett mit Rollrasen belegt und bepflanzt, weitere Flächen würden nicht beansprucht.”

    Artikel StN

    Kunstmuseum Stuttgart

    Das Kunstmuseum hat übrigens eine neue Videosektion online und stellt sich unter anderem auch vor. Bisschen lame, sagten wir Blogger aus Tuttlingen früher.

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    Da ich mich mit Kunst so gut auskenne, hab ich noch nie was von Michel Majerus gehört. War scheinbar ein Hammerkerl, der leider bei einem Flugzeugunglück 2002 ums Leben kam. Das Stuttgarter Kunstmuseum bietet ihm seit Samstag ein Plätzchen. Kam gut an, laut FB-Seite flanierten 2500 Leutz (wie wir Schranz-Fans früher geschrieben haben) durch die Hallen. "Michel Majerus wurde nur 35 Jahre alt, und doch hinterlässt der Künstler (1967 – 2002) ein vielschichtiges und umfangreiches Werk. In seinen Arbeiten zitiert er Phänomene der Alltagskultur wie Computerspiele, Comics und Werbung ebenso wie das kunsthistorische Repertoire von Minimal Art und Pop Art. Mit dieser Samplingmethode, die verschiedene Bildelemente frei und unhierarisch kombiniert, hat er der Malerei neue wichtige Impulse gegeben. Aufgrund der großen Formate seiner Arbeiten und ihres installativen Charakters konnten bislang nur wenige Museen das Werk von Michel Majerus in allen Facetten zeigen. Diese Lücke schließt das Kunstmuseum Stuttgart mit einer über hundert Gemälde und Installationen umfassenden Werkschau." Jetzt hat dieser Majerus noch ein viel opulentes Ding gezimmert. Nämlich diese "Miniramp" Die ist gar nicht so mini, sondern 35 Meter (oder 46 Meter, unterschiedlich Angaben in der StN) lang. Riesenoscho sagten wir Schranz-Fans aus der Eifel früher. Seit Monaten, und das ging völlig an mir vorbei, gibt es in der Stadt eine Diskussion, ob man die Rampe auf dem Schlossplatz aufstellt und auch von Skatern genutzt werden kann. Das Kunstwerk heißt "If we´re dead so it is" und ist im Jahr 2000 entstanden. Der verstorbene Künstler sagte einst dazu: "Man keine Kunst mehr machen, die ausschließlich Kunst ist." Die gute Susi, unsere Kulturbürgermeisterin, macht sich seit Wochen stark für die Rampe. Ob oder nicht liegt aber an Nils Schmid vom Hafa und Banana-Blues. "Er nämlich ist über die Zuständigkeit für den Schlossplatz als landeseigene Fläche Herr der Entscheidung. Und Schmid bringt jetzt auch wieder Bewegung in die Planung", so die StN heute. Finanziert ist das Projekt übrigens von Porsche und Red Bull. Schmid sieht zwar eine "besondere Bedeutung", gerade für die Jugend, aber der Schlossplatz sei eben auch dank seiner intensiven Nutzung an seine Grenzen gelangt. Klar, Eisbahn rockt. Der Plan: Die Rampe soll im Februar eben auf jener Eisbahn-Fläche platziert werden. "Vorteil dieser Lösung: Das nun bereits benutzte Areal würde nach dem Majerus-Finale Mitte April durch das städtische Gartenbauamt wieder komplett mit Rollrasen belegt und bepflanzt, weitere Flächen würden nicht beansprucht." Artikel StN Kunstmuseum Stuttgart Das Kunstmuseum hat übrigens eine neue Videosektion online und stellt sich unter anderem auch vor. Bisschen lame, sagten wir Blogger aus Tuttlingen früher. [youtube]http://www.youtube.com/watch?v=tArax1mFb0U[/youtube]

     
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  • 12

    The Art of Sessellift

    Am 15. Nov 2011, 15:43 Uhr von martin

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    Im Frühjahr denke ich mir seit Jahren, kauf dir doch mal wieder ein Skateboard. Im Herbst denke ich mir, fahr doch mal wieder Snowboard. So geht das seit über einem Jahrzehnt. Meine Jungs fragen immer, wann ich endlich mal mitkomme, all´n´together, so wie früher, als man noch abends den widerlichen französischen Rotwein aus dem Kanister (!) für fünf Franc vernichtet hat, dabei Gang Starr oder DJ Honda hörte, und morgens trotzdem pünktlich zum Lift-Opening stramm stand. Logisch, der Skipass ist/war teuer. Muss man voll ausnutzen. Bis zur letzten Fahrt. Und immer schnell dahin wo die Sonne scheint.

    Auch wenn der letzte bald zwölf Jahre her ist – hat sich einfach nicht mehr ergeben mit meiner Posse – bin nach ich wie vor der Meinung, dass eine Woche Wintersporturlaub die Lebensqualität erhöht. Danach ist man neu aufgesetzt. Refreshed.

    Kam lange Jahre nie in den Genuss eines Winterurlaubs. Stamme nämlich aus einer Nicht-Wintersport-Familie. Nicht-Wintersport-Kinder, so waren wir zumindest früher, sind immer ganz traurig und bisschen neidisch, wenn an Weihnachten, Fasching oder Ostern oder in allen drei Ferien, abhängig von der Einkommensklasse der Eltern, ihre Wintersport-Familien-Freunde in die Berge abhauen. Wie gerne wäre man auch mal. Meine Eltern sind nie Ski gefahren. Deswegen war das kein Thema bei uns. Berge im Sommer okay, wandern voll geil, im Winter aber viel zu teuer. Und die ganze Ausrüstung! Menno. Dabei wollte ich so arg. Und als der Snowboard-Hype Anfang der 90er nach Deutschland schwappte erst recht.

    Ich habe 1989/90 “aktiv”, sagen wir leidenschaftlich, angefangen Skateboard zu fahren. Ich war nicht schlecht für meine Zeit. Ehrlich. Konnte zwar keinen Impossible wie der Helge vor dem Wittwer, dafür für über sieben bis acht nebenaneinanderliegende Decks ollien, einen 540° Shove It und einen 180° Kick-Flip. Klingt heute grandios lächerlich, damals konnte man zumindest seine Kumpels bisschen beeindrucken. Die Mädchen selten. Hab es versucht. Dass Mädchen auf Skater stehen bleibt zumindest in meinem Leben eine Legende. War wahrscheinlich nicht richtig rough genug mit 14/15. Bart wuchs auch keiner. Bier schmeckte schon damals nicht. Laut rülpsen brachte mich den Zielobjekten ebenfalls keinen Schritt näher.

    Ich war schon wieder Skater a.D., weil die Dreifach-Kickflip-to-Bluntslide-to-Frontfood-Doubleflip-off-Welle meinen 540° Shove It abartig verblassen ließen wie heutzutage mein Outfit neben einem Herrn Thorsten W. oder Moritz E., als ich 1994 ich mein Snowboard-Debüt hatte. Die befreundete Wintersport-Familie P. hatte einen Platz frei im roten Panzsat ohne Servolenkung, den später mein Kindergartenfreund Robbe übernehmen sollte.

    Es ging nach Balderschwang in Bayern. Im Kombi: Mutti P. und ihre drei famosen Söhne, genannter Robbe, Matze und Bernie. Drei völlig unterschiedliche Charaktere mit einer gemeinsamen Eigenschaft: Beim Sport muss es absolut selbstlos in eine Richtung gehen. Nach vorne. Vollgas. Lebensmotto: No risk no fun. Die meinten das ernst. Ich kenne heute niemanden, der no risk no fun sagt. Folgerichtig holte sich Robbe irgendwann auf dem Skateboard seinen Kreuzbandriss ab.

    Ich war vor meinem ersten Schneebrett-Erlebnis selbstbewusst und tief überzeugt, dass das mit dem Boarden völlig easy ist, tönte im Vorfeld rum, jaja, ich bin ja schon Skateboard gefahren. Voll easy!

    Ich bin in den letzten zwölf Jahren mehrere Tausend Kilometer gelaufen. Grob überschlagen zwischen 25 bis 30.000. Darunter waren unter anderem drei Marathons plus das dazugehörige sehr intensive Training. Nach einem Marathon läuft man etwas breitbeinig, und es schmerzt ein, zwei Tage ein bisschen – aber ich war noch nie in meinen Leben so fertig wie nach meinen ersten Boardertag in Balderschwang. Gut, 1994 war ich eben auch einfach alles andere als fit.

    Pfeifendeckel war es mit easy. Paar Meter geradeaus gefahren, im Tiefschnee-Feld gelandet. Mühselig und keuchend wieder ausgegraben, wie aus einem Sumpf. Am Ufer drei lachende Brüder. Und Stress haben sie gemacht. Wir müssen hier runter, wow, da 10 Meter Tiefschnee, da drüben ist die Sonne, lass uns schnell dahin fahren. Ich kam natürlich kaum hinterher. Nach zwei, drei Stunden konnte ich so bisschen den Berg runter, ähm, auf der Kante rutschen.

    Gegen Mittag wartete ich mit Bernie am Sessellift. Er hat sich aufopferungsvoll um mich gekümmert hat, Robbe und Matze war ich zu lahm. Es war ein sonniger Tag, Balderschwang war ausgebucht wie die Schräglage am Wochenende, circa 200 bis 300 Menschen warteten auf ihren Transport nach oben. Wir kamen an die Reihe, er, goofy, links, ich, regular, rechts. Der Zweisitzer rauschte an, ich stand wohl zu weit aussen, verpasste den optimalen Draufspringpunkt, wurde von dem Lift mitgerissen, hielt mich an dem Stahlgerüst fest und ließ mich John McLane-mässig noch circa 20, 30 Meter lang mitschleifen. Vor meiner Nase tobte vor Lachen der Bernie. Ich ließ schließlich los und versank im Schnee, der Lift-Wächter blöckte mich wie blöd auf bayrisch an, hinter mir 300 Menschen, die sich in der Mittagssonne an meinem Stunt erfreuten. Guck dir den geilen Depp an. Ja sorry.

    Den restlichen Tag brachte ich solide herum, hatte das Board gegen Ende okay im Griff und Robbe beruhigte mich, dass ich nicht der erste sei, der den Einsatz am Lift verpasst. Ich merkte schon auf der Rückfahrt, dass ich völlig am Ende bin. Jedes Körperteil brannte. Knochen wie Muskeln. Keine Kraft für nichts. Zu oft aus dem Tiefschnee gebudelt. Daheim erst mal Badewanne. Soll gut tun. Ich war nicht mal mehr fähig meine damals langen Haare zu waschen und musste Mutti rufen. Ehrlich. Meine Finger waren taub. War peinlich Part 2 an diesem Tag. Sie hat es aber gerne gemacht. Mutti halt.

    Hat übrigens danach dann immer gut geklappt, konnte sogar irgendwann paar Moves, und die Snowboard-Urlaube zählen zu meinen schönsten Erlebnissen. Wenn sich jetzt im Winter die Snowboardpremieren häufen, wie am kommenden Samstag im Delphi mit dem Maßstäbesetzer-Streifen “The Art Of Flight”, dann denke ich nicht nur an die Wochen in Frankreich sondern zu allererst an Balderschwang, Home of Muskelkater.

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    The Art of Flight Premiere
    Delphi Kino
    Samstag, 19. November, Beginn 22:30 Uhr 
    Afterparty im Speakeasy
    Karten im VK gibt es für 7 Euro in der Funbox

    Artofflightmovie.com

    [youtube]http://www.youtube.com/watch?v=t4CUNVYxxZM [/youtube] Im Frühjahr denke ich mir seit Jahren, kauf dir doch mal wieder ein Skateboard. Im Herbst denke ich mir, fahr doch mal wieder Snowboard. So geht das seit über einem Jahrzehnt. Meine Jungs fragen immer, wann ich endlich mal mitkomme, all´n´together, so wie früher, als man noch abends den widerlichen französischen Rotwein aus dem Kanister (!) für fünf Franc vernichtet hat, dabei Gang Starr oder DJ Honda hörte, und morgens trotzdem pünktlich zum Lift-Opening stramm stand. Logisch, der Skipass ist/war teuer. Muss man voll ausnutzen. Bis zur letzten Fahrt. Und immer schnell dahin wo die Sonne scheint. Auch wenn der letzte bald zwölf Jahre her ist - hat sich einfach nicht mehr ergeben mit meiner Posse - bin nach ich wie vor der Meinung, dass eine Woche Wintersporturlaub die Lebensqualität erhöht. Danach ist man neu aufgesetzt. Refreshed. Kam lange Jahre nie in den Genuss eines Winterurlaubs. Stamme nämlich aus einer Nicht-Wintersport-Familie. Nicht-Wintersport-Kinder, so waren wir zumindest früher, sind immer ganz traurig und bisschen neidisch, wenn an Weihnachten, Fasching oder Ostern oder in allen drei Ferien, abhängig von der Einkommensklasse der Eltern, ihre Wintersport-Familien-Freunde in die Berge abhauen. Wie gerne wäre man auch mal. Meine Eltern sind nie Ski gefahren. Deswegen war das kein Thema bei uns. Berge im Sommer okay, wandern voll geil, im Winter aber viel zu teuer. Und die ganze Ausrüstung! Menno. Dabei wollte ich so arg. Und als der Snowboard-Hype Anfang der 90er nach Deutschland schwappte erst recht. Ich habe 1989/90 "aktiv", sagen wir leidenschaftlich, angefangen Skateboard zu fahren. Ich war nicht schlecht für meine Zeit. Ehrlich. Konnte zwar keinen Impossible wie der Helge vor dem Wittwer, dafür für über sieben bis acht nebenaneinanderliegende Decks ollien, einen 540° Shove It und einen 180° Kick-Flip. Klingt heute grandios lächerlich, damals konnte man zumindest seine Kumpels bisschen beeindrucken. Die Mädchen selten. Hab es versucht. Dass Mädchen auf Skater stehen bleibt zumindest in meinem Leben eine Legende. War wahrscheinlich nicht richtig rough genug mit 14/15. Bart wuchs auch keiner. Bier schmeckte schon damals nicht. Laut rülpsen brachte mich den Zielobjekten ebenfalls keinen Schritt näher. Ich war schon wieder Skater a.D., weil die Dreifach-Kickflip-to-Bluntslide-to-Frontfood-Doubleflip-off-Welle meinen 540° Shove It abartig verblassen ließen wie heutzutage mein Outfit neben einem Herrn Thorsten W. oder Moritz E., als ich 1994 ich mein Snowboard-Debüt hatte. Die befreundete Wintersport-Familie P. hatte einen Platz frei im roten Panzsat ohne Servolenkung, den später mein Kindergartenfreund Robbe übernehmen sollte. Es ging nach Balderschwang in Bayern. Im Kombi: Mutti P. und ihre drei famosen Söhne, genannter Robbe, Matze und Bernie. Drei völlig unterschiedliche Charaktere mit einer gemeinsamen Eigenschaft: Beim Sport muss es absolut selbstlos in eine Richtung gehen. Nach vorne. Vollgas. Lebensmotto: No risk no fun. Die meinten das ernst. Ich kenne heute niemanden, der no risk no fun sagt. Folgerichtig holte sich Robbe irgendwann auf dem Skateboard seinen Kreuzbandriss ab. Ich war vor meinem ersten Schneebrett-Erlebnis selbstbewusst und tief überzeugt, dass das mit dem Boarden völlig easy ist, tönte im Vorfeld rum, jaja, ich bin ja schon Skateboard gefahren. Voll easy! Ich bin in den letzten zwölf Jahren mehrere Tausend Kilometer gelaufen. Grob überschlagen zwischen 25 bis 30.000. Darunter waren unter anderem drei Marathons plus das dazugehörige sehr intensive Training. Nach einem Marathon läuft man etwas breitbeinig, und es schmerzt ein, zwei Tage ein bisschen - aber ich war noch nie in meinen Leben so fertig wie nach meinen ersten Boardertag in Balderschwang. Gut, 1994 war ich eben auch einfach alles andere als fit. Pfeifendeckel war es mit easy. Paar Meter geradeaus gefahren, im Tiefschnee-Feld gelandet. Mühselig und keuchend wieder ausgegraben, wie aus einem Sumpf. Am Ufer drei lachende Brüder. Und Stress haben sie gemacht. Wir müssen hier runter, wow, da 10 Meter Tiefschnee, da drüben ist die Sonne, lass uns schnell dahin fahren. Ich kam natürlich kaum hinterher. Nach zwei, drei Stunden konnte ich so bisschen den Berg runter, ähm, auf der Kante rutschen. Gegen Mittag wartete ich mit Bernie am Sessellift. Er hat sich aufopferungsvoll um mich gekümmert hat, Robbe und Matze war ich zu lahm. Es war ein sonniger Tag, Balderschwang war ausgebucht wie die Schräglage am Wochenende, circa 200 bis 300 Menschen warteten auf ihren Transport nach oben. Wir kamen an die Reihe, er, goofy, links, ich, regular, rechts. Der Zweisitzer rauschte an, ich stand wohl zu weit aussen, verpasste den optimalen Draufspringpunkt, wurde von dem Lift mitgerissen, hielt mich an dem Stahlgerüst fest und ließ mich John McLane-mässig noch circa 20, 30 Meter lang mitschleifen. Vor meiner Nase tobte vor Lachen der Bernie. Ich ließ schließlich los und versank im Schnee, der Lift-Wächter blöckte mich wie blöd auf bayrisch an, hinter mir 300 Menschen, die sich in der Mittagssonne an meinem Stunt erfreuten. Guck dir den geilen Depp an. Ja sorry. Den restlichen Tag brachte ich solide herum, hatte das Board gegen Ende okay im Griff und Robbe beruhigte mich, dass ich nicht der erste sei, der den Einsatz am Lift verpasst. Ich merkte schon auf der Rückfahrt, dass ich völlig am Ende bin. Jedes Körperteil brannte. Knochen wie Muskeln. Keine Kraft für nichts. Zu oft aus dem Tiefschnee gebudelt. Daheim erst mal Badewanne. Soll gut tun. Ich war nicht mal mehr fähig meine damals langen Haare zu waschen und musste Mutti rufen. Ehrlich. Meine Finger waren taub. War peinlich Part 2 an diesem Tag. Sie hat es aber gerne gemacht. Mutti halt. Hat übrigens danach dann immer gut geklappt, konnte sogar irgendwann paar Moves, und die Snowboard-Urlaube zählen zu meinen schönsten Erlebnissen. Wenn sich jetzt im Winter die Snowboardpremieren häufen, wie am kommenden Samstag im Delphi mit dem Maßstäbesetzer-Streifen "The Art Of Flight", dann denke ich nicht nur an die Wochen in Frankreich sondern zu allererst an Balderschwang, Home of Muskelkater. [youtube]http://www.youtube.com/watch?v=kh29_SERH0Y [/youtube] The Art of Flight PremiereDelphi KinoSamstag, 19. November, Beginn 22:30 Uhr Afterparty im SpeakeasyKarten im VK gibt es für 7 Euro in der FunboxArtofflightmovie.com

     
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  • 1

    Heute: Geschlechtsverkehr

    Am 7. Nov 2011, 13:00 Uhr von Setzer

    Mein Bücherregal ist eine Wucht. Alles voll mit Klassikern der Weltliteratur, Denis Scheck oder Reich-Ranicki würden mir ohne Umschweife sofort eine reinhauen: “Cash by Johnny Cash”, “Vegetarisch kochen für Vollidioten”, “Satan Wants You”, “Serienkiller”, “The Ramones”, “Schrecklich amüsant – aber in Zukunft ohne mich” und “American Psycho”.

    Über’s Bomsen habe ich bislang keine Bücher. Wenn man das in meinem Alter noch nicht hinbekommen hat, dann hilft auch kein Buch mehr. Hab jetzt trotzdem eines dazugestellt. “Die Feine Art des Vögelns” von Birgit Querengäßer.

    Die Frau kommt aus Hamburg, wohnt in München, spricht recht leise und schreibt Artikel, Kolumnen und Vergnügliches für Magazine wie Jolie, Playboy, die FAZ, Maxi, Maxim und so. Recht gerne geht’s da ums Ferkeln. “Die feine Art des Vögelns”, jüngst erschienen bei Stuttgarter Klett-Verlag,  haut in die ähnliche Kerbe: Sex & The City für Leute die beim Knattern das Licht anlassen. Das versprochene “Handbuch für den modernen Beischlaf” ist es nicht gerade, aber blitzsauberes Entertainment für Zwischendurch.

    Birgit Querengäßer liest aus “Die feine Art des Vögelns”, Heute, 20.30 Uhr, Wurst & Fleisch, Rotebühlplatz 9, S-Mitte, Eintritt frei. Ich moderiere ein bisschen und pass’ fein auf. Wollte eigentlich auch was lesen, bin aber schon im Pre-Casting gescheitert: “Öh, Texte über Sex? Hmm. Slayer vielleicht? Ramones?”

    Buch anspielen 

    Mein Bücherregal ist eine Wucht. Alles voll mit Klassikern der Weltliteratur, Denis Scheck oder Reich-Ranicki würden mir ohne Umschweife sofort eine reinhauen: "Cash by Johnny Cash", "Vegetarisch kochen für Vollidioten", "Satan Wants You", "Serienkiller", "The Ramones", "Schrecklich amüsant – aber in Zukunft ohne mich" und "American Psycho". Über's Bomsen habe ich bislang keine Bücher. Wenn man das in meinem Alter noch nicht hinbekommen hat, dann hilft auch kein Buch mehr. Hab jetzt trotzdem eines dazugestellt. "Die Feine Art des Vögelns" von Birgit Querengäßer. Die Frau kommt aus Hamburg, wohnt in München, spricht recht leise und schreibt Artikel, Kolumnen und Vergnügliches für Magazine wie Jolie, Playboy, die FAZ, Maxi, Maxim und so. Recht gerne geht's da ums Ferkeln. "Die feine Art des Vögelns", jüngst erschienen bei Stuttgarter Klett-Verlag,  haut in die ähnliche Kerbe: Sex & The City für Leute die beim Knattern das Licht anlassen. Das versprochene "Handbuch für den modernen Beischlaf" ist es nicht gerade, aber blitzsauberes Entertainment für Zwischendurch. Birgit Querengäßer liest aus "Die feine Art des Vögelns", Heute, 20.30 Uhr, Wurst & Fleisch, Rotebühlplatz 9, S-Mitte, Eintritt frei. Ich moderiere ein bisschen und pass' fein auf. Wollte eigentlich auch was lesen, bin aber schon im Pre-Casting gescheitert: "Öh, Texte über Sex? Hmm. Slayer vielleicht? Ramones?" Buch anspielen 

     
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    Paranoid Places Premiere

    Am 2. Nov 2011, 10:04 Uhr von martin

    Vor genau einem Jahr berichteten wir über das Filmprojekt Paranoid Places – 20 Jahre Graffiti in Stuttgart. Denis Pavlovic, 23, Student an der Merz-Aka (Film und Vidoe) fünf Sprayer begleitet, darunter z.B. Open Mike oder Körpa Klaus. Denis arbeitet selbst seit sieben Jahren mit der Dose. An dem Film hat er drei Jahre gearbeitet.

    In der LIFT-Oktoberausgabe wurde “Paranoid Places” mit einer Auswahl an Graffitis vorgestellt. Dazu habe ich damals Denis einige Fragen gestellt.

    Wie kam es zu dem Film?

    Im 2. Semseter kam mir die Idee, das Buch „Sprüher im Rudel – Eine Dokumentation der Stuttgarter Graffiti-Szene“ als Film zu entwickeln. Da das Buch die Szene bis 2004 abdeckt und sich danach einiges getan hat in der Stadt, war es wichtig dort anzuknüpfen und weiterzumachen. Hinzu kommt eben auch, dass Stuttgarter Graffiti nie den filmischen Rahmen bekommen hat, den die Künstler hier verdienen. Als eine Szene die weltweit bekannte Graffitikünstler hervorgebracht hat, war das für mich der stille Aufruf für solch eine Dokumentation.

    Kennst du die Sprayer alle selbst? Waren sie gleich dabei oder musstest du Überzeugungsarbeit leisten?

    Teilweise kannte ich ein paar Leute, doch im großen und ganzen wurden mir die Protagonisten empfohlen. Dann hat es natürlich seine Zeit gebraucht, bis die ersten Gespräche stattfanden, man sich austauschen konnte und letztendlich Termine für Interviews festgelegt hat. Überzeugungsarbeit war eigentlich nicht nötig, denn das Verhältnis war super ausgeglichen und alle waren und sind von der Idee des Films überzeugt und glücklich, ein Teil des Ganzen zu sein.

    Wie schwierig waren die Dreharbeiten? Wie lange hast du an dem Film gearbeitet?

    Die Dreharbeiten und letztendlich auch die Postproduktion waren eine schwierige, aber auch lehrreiche Zeit. Insgesamt kommen wir nun auf fast drei Jahre Arbeit, von der Planung über Recherche, Dreh und Schnitt. Nach Beenden der Dreharbeiten war ich auch noch für sieben Monate in Berlin zum Praktikum und habe dort täglich nach der Arbeit, weiter am Schnitt gebastelt und weitere Planungen vollzogen. War alles leider extrem schwierig und nervenaufreibend, weswegen sich das Releasedatum auch rausgezögert hat.

    Paranoid Places dokumentiert die Szene von 1990 bis heute. Hattest du altes Material, wenn ja, wie kamst du dazu oder wird das in Erzählungen der Sprayer dokumentiert?

    Teils, teils. Material aus der alten Zeit ist begrenzt vorhanden, was mir aber schon während der Vorbereitung bewusst war. Somit habe ich meine Interviews darauf ausgelegt, dass viel aus der Vergangenheit von den Protagonisten berichtet wird und meiner Meinung nach, hat das super funktioniert. Man bekommt einen intensiven und spannend Einblick in die Entwicklung einer solchen Szene und die Veränderungen, die sich in 20 Jahren herausgearbeitet haben.

    Kann man pauschal fragen, wie der Stuttgarter Sprayer tickt?

    Im Gegensatz zu anderen Städten, wird Graffiti in Stuttgart ganz anders durchdacht und die Herangehensweise ist auch durch verschiedene Aspekte differenziert. Hier wird viel Wert auf Freundschaft und Zusammenhalt gelegt. Verschiedene Leute öffnen auch die Grenzen zwischen klassischem Graffiti und modernen Kunstformen. Es wird viel experimentiert und dadurch entsteht in dieser Stadt, meiner Meinung nach, ganz anderes Graffiti als im Rest der Republik.

    Wie lebendig und gut ist die Stuttgarter Graffiti-Szene?

    Vor ein paar Jahren war es um einiges lebendiger hier. Doch viele Leute haben den Kessel verlassen und der Nachwuchs macht eher sein eigenes Ding. Die Connection zwischen den Leuten ist leider nicht mehr so groß wie es mal war, aber das ist völlig in Ordnung so.

    Im Vergleich zu anderen Städten, halten wir hier in Stuttgart ein stetiges Niveau an Qualität der Bilder. Für jede Epochen haben wir herausragende Künstler hervorgebracht, mit ein paar kleinen Ausnahmen, welche aber nicht gravierend auffallen wie in anderen Städten. Das liegt aber denke ich an der Größe der Stadt und der Szene. Klein aber fein!

    Paranoid Places Premiere, Fr. 04.11 November, 22:00 Uhr, Delphi Kino

    Kartenreservierung über www.arthaus-kino.de

    Afterparty in der Heilbronnerstraße 67

    www.paranoidplaces.com www.0budgetproductions.com

    [vimeo]http://vimeo.com/30321717[/vimeo] Vor genau einem Jahr berichteten wir über das Filmprojekt Paranoid Places - 20 Jahre Graffiti in Stuttgart. Denis Pavlovic, 23, Student an der Merz-Aka (Film und Vidoe) fünf Sprayer begleitet, darunter z.B. Open Mike oder Körpa Klaus. Denis arbeitet selbst seit sieben Jahren mit der Dose. An dem Film hat er drei Jahre gearbeitet. In der LIFT-Oktoberausgabe wurde "Paranoid Places" mit einer Auswahl an Graffitis vorgestellt. Dazu habe ich damals Denis einige Fragen gestellt. Wie kam es zu dem Film? Im 2. Semseter kam mir die Idee, das Buch „Sprüher im Rudel – Eine Dokumentation der Stuttgarter Graffiti-Szene“ als Film zu entwickeln. Da das Buch die Szene bis 2004 abdeckt und sich danach einiges getan hat in der Stadt, war es wichtig dort anzuknüpfen und weiterzumachen. Hinzu kommt eben auch, dass Stuttgarter Graffiti nie den filmischen Rahmen bekommen hat, den die Künstler hier verdienen. Als eine Szene die weltweit bekannte Graffitikünstler hervorgebracht hat, war das für mich der stille Aufruf für solch eine Dokumentation. Kennst du die Sprayer alle selbst? Waren sie gleich dabei oder musstest du Überzeugungsarbeit leisten? Teilweise kannte ich ein paar Leute, doch im großen und ganzen wurden mir die Protagonisten empfohlen. Dann hat es natürlich seine Zeit gebraucht, bis die ersten Gespräche stattfanden, man sich austauschen konnte und letztendlich Termine für Interviews festgelegt hat. Überzeugungsarbeit war eigentlich nicht nötig, denn das Verhältnis war super ausgeglichen und alle waren und sind von der Idee des Films überzeugt und glücklich, ein Teil des Ganzen zu sein. Wie schwierig waren die Dreharbeiten? Wie lange hast du an dem Film gearbeitet? Die Dreharbeiten und letztendlich auch die Postproduktion waren eine schwierige, aber auch lehrreiche Zeit. Insgesamt kommen wir nun auf fast drei Jahre Arbeit, von der Planung über Recherche, Dreh und Schnitt. Nach Beenden der Dreharbeiten war ich auch noch für sieben Monate in Berlin zum Praktikum und habe dort täglich nach der Arbeit, weiter am Schnitt gebastelt und weitere Planungen vollzogen. War alles leider extrem schwierig und nervenaufreibend, weswegen sich das Releasedatum auch rausgezögert hat. Paranoid Places dokumentiert die Szene von 1990 bis heute. Hattest du altes Material, wenn ja, wie kamst du dazu oder wird das in Erzählungen der Sprayer dokumentiert? Teils, teils. Material aus der alten Zeit ist begrenzt vorhanden, was mir aber schon während der Vorbereitung bewusst war. Somit habe ich meine Interviews darauf ausgelegt, dass viel aus der Vergangenheit von den Protagonisten berichtet wird und meiner Meinung nach, hat das super funktioniert. Man bekommt einen intensiven und spannend Einblick in die Entwicklung einer solchen Szene und die Veränderungen, die sich in 20 Jahren herausgearbeitet haben. Kann man pauschal fragen, wie der Stuttgarter Sprayer tickt? Im Gegensatz zu anderen Städten, wird Graffiti in Stuttgart ganz anders durchdacht und die Herangehensweise ist auch durch verschiedene Aspekte differenziert. Hier wird viel Wert auf Freundschaft und Zusammenhalt gelegt. Verschiedene Leute öffnen auch die Grenzen zwischen klassischem Graffiti und modernen Kunstformen. Es wird viel experimentiert und dadurch entsteht in dieser Stadt, meiner Meinung nach, ganz anderes Graffiti als im Rest der Republik. Wie lebendig und gut ist die Stuttgarter Graffiti-Szene? Vor ein paar Jahren war es um einiges lebendiger hier. Doch viele Leute haben den Kessel verlassen und der Nachwuchs macht eher sein eigenes Ding. Die Connection zwischen den Leuten ist leider nicht mehr so groß wie es mal war, aber das ist völlig in Ordnung so. Im Vergleich zu anderen Städten, halten wir hier in Stuttgart ein stetiges Niveau an Qualität der Bilder. Für jede Epochen haben wir herausragende Künstler hervorgebracht, mit ein paar kleinen Ausnahmen, welche aber nicht gravierend auffallen wie in anderen Städten. Das liegt aber denke ich an der Größe der Stadt und der Szene. Klein aber fein! Paranoid Places Premiere, Fr. 04.11 November, 22:00 Uhr, Delphi Kino Kartenreservierung über www.arthaus-kino.de Afterparty in der Heilbronnerstraße 67 www.paranoidplaces.com www.0budgetproductions.com

     
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