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Best of 2011: Paul verschmitzt, ich verschwitzt, Teil 2: Fremdeln
Am 5. Okt 2011, 09:00 Uhr von Aussenreporter
Manchmal fremdelt man sogar in der eigenen Stadt. Wenn man sich zum Beispiel beweisen möchte, dass alleine ausgehen sehr erwachsen ist.
Samstag war der Kalkbrenner in der Stadt. Hatte ihn vor einem halben Jahr schon einmal gesehen, in Berlinchen, in der Wuhlheide, war wolke gewesen, hatte also große Lust, mir ein Stück vom Sommer 2011 zurückzuholen. Den gab es trotz anders lautender Gerüchte tatsächlich, zumindest Anfang Juni in Berlin, voll so mit gentrifizieren, Kreuzberg kaputt shoppen und Paule halt.
Am Wochenende also der Test: Wie viel Wuhlheide steckt in Bad Cannstatt? Ist Open Air grundsätzlich besser als unter Tage? Schlägt Stadion immer Halle? Im Vorhinein hatte sich mein komplettes Büro akkreditiert. Kommt immer gut, wenn sich Lift plus acht anmeldet. Freut sich der Veranstalter. Vor allem, wenn dann doch keiner auf der Matte steht. Ich mag meine Kollegen trotzdem, auch wenn sie wie am Wochenende Metropolen wie Hamburg, Konstanz oder, nun, ja, Bielefeld der Schleyerhalle vorziehen.
Geh ich halt alleine, macht Joe Bauer ja auch nicht anders, spaziert als One-Man-Show durch die Weltgeschichte und schreibt dann drüber. Das will ich auch können, wenn ich groß bin.
Also mutterseelenallein mit der Wasen-Linie als einziger Fahrgast um 21:30 Uhr Richtung Neckarpark. Aufs Volksfest geht man um die Zeit nicht mehr, da ist man schon dort und dicht und hacke. Am Wasen ausgestiegen, Kotze und Alkis umtänzelt, in der Schleyerhalle von einem mächtigen Bass freundlich begrüßt, um gleich mit einem landestypischen Getränk auf Betriebstemperatur zu kommen: Vodka Bull aka Discoschorle.
Mann, bin ich erwachsen, denke ich mir so, während 7.500 Menschen neben mir Spaß haben. Zwei Bassläufe später fremdle ich so ganz alleine im Innenraum aber ein bisschen. Nicht, weil das Publikum schlimm ist, im Gegenteil, hatte Grausameres befürchtet, sehr jung, sehr gut drauf, extrem gute Tänzer. Zumindest einige.
Nein, ich fremdle, weil ich doch kein Joe Bauer bin. Ich brauche Ansprache, jemanden, mit dem ich teilen kann, wie Musik eine Halle verändert. Wie sich ein Betonklotz wie Herr Schleyer anfühlt, je nachdem, ob Leonard Cohen einen spirituell ins All knallt, die Beginner als Support für die Beasties spielen oder Pink eine Hollywood-Show auf der Bühne abliefert.
Mein Colt für alle Fälle ist in solch einem verzweifelten Fall Arnulf, Teil der am Dax der Emotionen extrem hoch dotierten Firma Music Circus, Presseabchecker vom Konzertveranstalter Russ und überhaupt ein Möglichmacher erster Güteklasse. Arnulf hat mich mal im Ansehen zweier Teenager in unendliche Höhen katapultiert, als die beiden bezaubernden Geschöpfe bei Pink wegen lauter SWR3-Höhrer nichts sehen konnten. Darauf Arnulf angebettelt, der sofort mit zwei Deluxe-Bändchen für die erste Reihe um die Ecke kam. Ein Gentleman der alten Schule eben.
Samstag also SMS an Arnulf: „Junge, biste bei Paule? Rette mich!“ – „Klar, Keule, wie?“ (So sprechen alte Männer miteinander) – „Ich bin der einsame Raver ganz hinten links, brauche Ansprache, biete Discoschorle.“
Arnulfs Begeisterung hält sich in Grenzen, Antwort bleibt verständlicher Weise aus, also noch mal getextet: „Ich nehm’s zurück, musst nicht mir sprechen und trinken, ich brauch aber ein Bändel, um näher nach vorne zu kommen.“ Zwei Sekunden später steht Arnulf neben mir, ich erhalte die Paul-Kalkbrenner-Dienstkarte Nr. A23 am blauen Band, mit der ich dem Paule für den Rest des Abends ganz genau auf die Finger schauen darf.
Kurze Lagebesprechung: „Hab mir’s schlimmer vorgestellt.“ – „Ich auch.“ – „Wie war’s beim Ratzer?“ – „Fein.“ – „Ok, bis später im Speakeasy.“
Paul Kalkbrenner in seiner berühmten blauen Phase, kommt direkt nach der roten
Also ich wieder alleine mit mir selbst, ganz gruselige Konstellation. Schreckliche Bilder poppen in meinem Gehirn auf. Richtig, mit 17 war ich schon einmal auf einem Rave in der Schleyerhalle. Mein Kumpel Christian hatte damals nach einerLysergsäurediethylamid-Kur gedacht, er sei schwul. In der Schleyerhalle machte er dann das erste Mal wieder mit einem Mädchen rum und teilte diese Erfahrung anschließend detailliert mit mir. MDMA-Micha, den wir so nannten, weil er eigentlich auf Metallica stand, nach jeder Menge Pillen aber plötzlich Techno besser fand, praktizierte die freie Liebe sogar auf einem Treppenabsatz in der Schleyerhalle. Das sind Bilder, die man im ehrlichen deutschen Techno nicht sehen möchte. Und in seinem eigenen Gehirn schon gar nicht.
Spiel ich also lieber mein Privat-Mallorca, Druckbetankung mit zwei Plastikbier und einer weiteren Discoschorle, um das störende Kleinhirn zu betäuben. Huch ist das erbärmlich, egal, bin alleine, sieht mich ja keiner. Vorne an der Bühne geht es gut ab. Running-Gag-Einstellung des Abends auf Großbildleinwand: Ein Fischauge-Objektiv zeigt Pauls Finger, wie sie schrauben und drehen. Hat bestimmt keine Funktion, sieht aber gut aus.
Wenn er nicht im Bild ist, raucht er eine kleine Wumme, die aber ständig ausgeht. Brennt schlechtes Dope aus der Hasenheide wirklich so erbärmlich ab? Spielt Paul eigentlich immer den Ickarus aus dem Film oder hat er in Berlin Calling einfach sich selbst gespielt? So oder so unfassbar, was der wieder für ein Gesichtsgulasch aufträgt. Mit wenigen musikalischen Mitteln besorgt er den siebeneinhalb Tausend eine astreine Abfahrt, eine Pause zwischen Teil 1 und 2 nutzt er, um sich umzustylen: Jetzt trägt er allerfeinsten Zwirn auf, nämlich ein Deutschland-Trikot von der WM 90.
Ich guck derweil doof aus der Wäsche auf die Wäsche meiner Mitmenschen. Frauen sind Männern grundsätzlich überlegen, ganz besonders aber im Genre Ausdruckstanz. Während Ottonormalschranzer mit dem Beatbein (rechts) wippt, und die Faust (links) zum Bass schwingt, tanzt seine Frau in ausladenden Bewegungen, die Fruchtbarkeit signalisieren: In einer ausgefeilten Choreographie wandert die Rhythmushand von der linken Körperhälfte auf die rechte Seite des Nackens und positioniert dort die Haare im Viervierteltakt von rechts rüber nach links. Ich bin schockverliebt in diese Geste. Finden andere Mädchen bestimmt ganz affig. Wenn man aber auf sich selbst und Vodka Red Bull zurückgeworfen, also auf das Wesentliche reduziert ist, wirkt es wirklich ganz bezaubernd.
Ständig hüpft mir eine Tänzerin auf die Füße und verbrüdert sich im Akt des Entschuldigens direkt mit mir: Du bist mein Ketamin, mein Amphetamin, säuselt sie mir ins Ohr. Stimmt gar nicht, das war Casper, der was mit Thees am Laufen hat. Egal, MDMA macht einfach gute Manieren. „Pauli ist der Beste, Alter“, brüllt mir einer von links ins Ohr, rechts schnurren drei Jungs abwechselnd „Harrrrrrrrrr“ und sonst nichts. Wenn Katzen raven könnten.
Hey, ist das nicht dieser Hit mit diesem Sky und diesem Sand? Schnell für Mausi und Youtube filmen
Kurz vor der Zugabe: Sky and Sand fehlt noch, Paule ist weg und muss wohl ne neue Tüte wickeln. Die ganze Halle grölt die „Seven Nation Army“ der White Stripes. Oh Gott, ich werde wieder nüchtern.
And we build up castles in the sky and in the sand. Design our own world ain’t nobody understand. Und schließlich die berechtigte Frage: Gibt es einen beschisseneren Moment als die Sekunde, in der in der Schleyerhalle nach einem Abriss das Licht angeht? Nein. Also Augen zu und nichts wie weg hier, bei Lichte betrachtet will ich nicht, dass ich jemand kenne und andersherum.
Scheiße, gleich geht das Licht an, DJ Scotty, bitte beam mich ins Bürgerhospital oder so
Auf dem Rückweg fühle ich mich noch einsamer. Lauter happy Hippos mit mir in der Bahn, ich überlege ernsthaft, mir sofort die Rückbank eines Taxis zu buchen, um alleine heulen zu können, als der lustigste SSB-Fahrer der Stadt loslegt. Durchsage: „Macht euch eng, Ihr Lieben, wir halten gleich am Wasen, da wird es voll.“ Murren in der Bahn. Durchsage 2: „Ja, ich weiß, Ihr habt ja Recht, ich würde auch lieber durchfahren, geht aber leider nicht.“
Ich brech ab, eine ehrliche Haut in der Kabine, vielleicht wird die Nacht ja doch noch steil. Die Wasen-Fahrgäste wundern sich, wieso wir alle in uns reinkichern, als sie einsteigen und wie üblich blöd aus der Lederhosen- und Dirndl-Wäsche gucken. Vielleicht grübeln sie aber auch nur, wieso das dumpfe Bier nach dem letzten Prosit der Gemütlichkeit schon nicht mehr so recht wirkt. Oder sie fragen sich, wann sie endlich wieder kotzen können, ohne dass 300 Leute zuschauen.
Funkkontakt in die Welt, Seba ist schon heim, Speakeasy war komisch, schreibt er, Jörg ist sogar schon nach Tübingen geflüchtet, dann muss es aber wirklich hart gewesen sein. Raus aus der Bahn, um beim Imbiss 3000 auf andere Gedanken zu kommen. War mein Ritual des Sommers, nach dem Zechen beim Benny eine scharfe Salsiccia und einen Grappa ordern, um die Nacht Revue passieren zu lassen.
Leider scheint die Imbiss-Saison rum, verdammt, das war dann der Genickschuss für den Sommer, also streuner ich doch noch kurz zum Speakeasy, um den Hype zu kapieren. Tausende junge Menschen kommen mir entgegen. Ich kenne niemanden. Scheiße, bin ich mit der Bahn zu weit gefahren und schon in Heilbronn? Nein, da ist Nadine, die behauptet, ich sei ihr in Schlangenlinien entgegen gekommen. „Das liegt an dem neu gestalteten Pflaster zwischen König- und Marienstraße“, erkläre ich, „daran müssen sich deine Augen erst gewöhnen.“
Vor dem neuen Wunderclub eine Schlange, ich Dödel hab mein Schnorren nicht angemeldet, ist ja tatsächlich wie Urlaub in einer fremden Metropolregion, also anstehen. Denke ich für den Bruchteil einer Sekunde, bevor ich dann doch lieber umdrehe. Bei so viel Fremdeln an einem Abend kann das gar nicht gut gehen. Dann doch lieber alleine spazieren wie Joe. Mit Paul im Ohr auf dem Weg nach Hause Himmels- und Sandburgen bauen. Harrrrr.
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Watch your Laptop
Am 4. Okt 2011, 09:08 Uhr von martin
Der Nachteil des digitalen DJings. Man hat einen hochwertigen Laptop dabei. Hab mir auch schon oft gedacht, jetzt läuft gleich einer rein und reißt mir das Ding weg.
PP Stuttgart/ Staatsanwaltschaft und Polizei Stuttgart geben bekannt: Rabiater Dieb
Stuttgart-Mitte: Einen Teil der Musikanlage einer Gaststätte hat ein 19-Jähriger am Sonntag (02.10.2011) zu stehlen versucht.
Der junge Mann kam gegen 07.00 Uhr in eine Diskothek an der Eberhardstraße. Dort begab er sich in den Bereich der Theke, in dem der Discjockey seine Anlage aufgebaut hatte. In einem unbeobachteten Moment stahl er einen hochwertigen Laptop, der als Teil der Musikanlage im Bereich des Tresens stand. Just in diesem Moment kam der Wirt aus einem Nebenraum und bemerkte den Diebstahl.
Da der 19-Jährige mit seiner Beute unter dem Arm in Richtung Ausgang drängte, versuchte der 45-jährige Gastwirt ihn festzuhalten. Der 19-Jährige schlug dabei heftig um sich und traf den Wirt unter anderem auch mit dem Ellenbogen in den Bauch. Erst als Gäste dem 45-Jährigen zu Hilfe kamen gelang es, den rabiaten Dieb bis zum Eintreffen der Polizei festzuhalten.
Der einschlägig polizeibekannte Mann wird am Montag (03.10.2011) mit Haftbefehlsantrag der Staatsanwaltschaft Stuttgart einem Richter vorgeführt.
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Löwe frisst Traktor
Am 15. Aug 2011, 10:35 Uhr von Thorsten W.
Ich kann ja nicht warten bei so was. Apple kündigt eine “echte” neue Version seines Betriebssystems an – also mit wirklich für den User sichtbaren Änderungen respektive Verbesserungen – ich les 1-2 Rezensionen und bin am Start. Ist ja auch so einfach heutzutage. Knapp 20 Euro für das Update von Snow Leopard auf Lion, direkt runterladen im App Store, drüber installieren und fertig.
Davor natürlich ein Backup gemacht auf meine neue 2 Terabyte-Festplatte. 2 Terabyte für 70 Euro, Alter, für das Geld hast du vor einem Jahr gerade mal 1 TB bekommen, vor zwei Jahren 500 MB und in meiner Jugend einen 10er-Pack Disketten.
Gefällt mir insgesamt auch echt gut, der Lion, man scrollt jetzt andersrum, man kann schick hin- und herwischen, es gibt eine systemübergreifende Rechtschreibkorrektur, in den Apple-eigenen Programmen muss man nicht mehr speichern, weil das automatisch passiert, und auch sonst fühlt sich das einfach modern und sinnvoll an. Gut, braucht man nicht, aber Spaß macht’s.
Meine größte Sorge bei so einem Update ist ja immer der Traktor, mein DJ-Programm. Das muss funktionieren, da gibt’s keine Alternative, sonst steh ich so blöd da wie Ram vor einer Weile, als ihm eine gecrasthe Festplatte den Abend in der Suite versaut hat.
Also kurz in ein paar DJ-Foren nachgeguckt, das offizielle Statement von Native Instruments gecheckt, Fazit: Kein Problem mit Traktor und Löwe. Zu Hause zur Sicherheit mal den Traktor hochgefahren, alles läuft wunderbar.
Vergangenen Freitag fahr ich dann in die Suite zum Auflegen und hab unterwegs schon ein komisches Gefühl. Vielleicht bilde ich mir das auch nur jetzt im Nachhinein ein. Vor Ort stöpsel ich alles ein, nach über 6 Jahren Laptop-DJing Routine, auch wenn ich bis heute jedes Mal froh bin, wenn alles läuft. Und dann ist es so weit: Es läuft nicht.
Die Traktor-Software erkennt den Audio8, also die externe Soundkarte, nicht. Das scheiß grüne USB-Lämpchen am Gerät, das die Verbindung anzeigt, blinkt anstatt dauerhaft zu leuchten wie es sich gehört. Ok, keine Panik, irgendwas ist immer und erst mal alle üblichen Maßnahmen ausprobieren: Traktor neu starten, Rechner neu starten, an alle Kabeln rumwackeln. Nix.
Also kurz googeln – Suite-Wlan FTW – und der erste Fund: Blinkendes Lämpchen heißt Audio8 am Arsch. Fuck (hehe, die Rechtschreibkorrektur macht aus “Fuck” “Funk”
). Jetzt muss ein Plan B her, und in solch einer Situation können nur die DJ-Kollegen helfen. Also ruf ich nacheinander DJs an, von denen ich hoffe, dass sie mir einen Audio8 ausleihen können oder zumindest jemanden kennen der das kann: Ram, geht nicht ran, Frico, geht nicht ran, Norman, geht nicht ran, Tom de Beyer, hat sein Audio8 bereits an Karl Francis verliehen, Rick, geht nicht ran, Skully – Bingo! Auf den Technikgott ist halt Verlass. Mit ein wenig verschlafener Stimme teilt er mir mit, dass ich seinen Audio8 bei ihm zu Hause abholen kann.
Also rein ins Auto und ab nach Heslach. Unterwegs überlege ich mir, was Plan C ist, wenn Plan B nicht funktioniert. Mit Platten auflegen? Verrückt. Ich könnte vielleicht tatsächlich schnell ein Set zusammenstellen, aber ich wüsste nicht mal, wie ich die Platten transportieren sollte. Eine große Plattentasche hab ich schon lange nicht mehr.
Skully lacht mich dann erst mal aus. “Was, du hast auf Lion upgedatet? Hahaha, sowas mach ich nie vor dem zweiten Update. Kann schon sein dass darum dein Treiber nicht mehr funktioniert.”
Ja toll, das ist ermutigend. Wenn das jetzt nicht funktioniert hilft nur noch Plan D – ein anderer DJ muss einspringen. Schöne Aussichten – einen Kollegen Freitagabend um 10 überreden, vom Sofa aufzustehen und für mich einzuspringen. Aber noch bin ich guter Dinge.
Zurück in der Suite also umstöpseln. Zum Glück ist es immer noch relativ früh und noch wenig los. Es bleibt also noch Zeit. Und die scheiß grüne Lampe an Skullys Audio8 blinkt ebenfalls. Verf*** Sch***. Ok, ganz ruhig. Die Barleute werden auch schon etwas unruhig, während ich versuche, völlig gelassen zu bleiben. Nach außen.
Eine Chance hab ich noch: Wie wär’s, wenn ich einfach mal ein Update von meiner Traktor-Software mache? Sehr verrückt. Gesagt, getan, und schon als der Rechner nach dem Update wieder hochfährt sehe ich ein beruhigend dauerhaft leuchtende grüne Lampe. Es wird doch nicht… doch! Es tut! Alter Schalter!
Mir fallen zwei dutzend Monte Scherbelinos vom Herzen, die Barleute applaudieren und ich preise einmal mehr das Wlan in der Suite, Traktor, Skully und alle DJs dieser Welt. Auf die übrigens doch Verlass ist – alle, die ich angerufen habe, rufen im Laufe des Abends zurück. Außer Norman, der wahrscheinlich gemütlich war, aber das ist okay.
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The angry DJ
Am 20. Jun 2011, 09:45 Uhr von Thorsten W.
Teil 1: Musikwünsche.
Thema Musikwünsche beim DJ: Am Samstag in der Corso war ein junger Mann mit einem sehr originellen, wenn auch etwas penetranten Musikwunsch. Er erzählte, er hätte seine aktuelle Freundin bei einem Abend in der Corso kennengelernt, als Ram und ich aufgelegt haben. Und das Lied “If I Were A Carpenter” von den Four Toups, das ich bei Soul of KTV mal vorgestellt hatte, wäre ihr Lied. Ob ich das doch bitte spielen könnte. An sich guter Wunsch, ging aber nicht, weil passte nicht. Übliche Geschichte.
Gestern ging nun bei so ziemlich allen DJs bei Facebook eine Reihe Videos rum von einem gewissen Abe aka DJ Evillincoln. Er ist DJ, er hat die gleichen Probleme wie alle DJs auf der ganzen Welt, und er macht seinem Ärger Luft.
Teil 2: Musikwünsche gekonnt formulieren
Teil 3: Schlechte Musikwünsche
Teil 4: DJ-Namen
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Best Of 2011: Paul verschmitzt, ich verschwitzt
Am 9. Jun 2011, 13:33 Uhr von Aussenreporter
(Techno-Foto des Jahres: Aussi)
Zurück vom allerneuesten Aussenreporter-Auftrag: Chef hat mich nach Berlin geschickt, um vom Kalkbrenner zu berichten. Sinn und Zweck: Bock auf den Sommer und die Festivalsaison machen. Ging ganz gut ab. Also los.
Mein Traum: Mit dem Kessel.tv-Airbus, der Airforce 1.1, auf dem Flughafen Tegel landen, bevor der bald dichtgemacht wird. Im Cockpit sitzt John Travolta und erklärt übers Bordmikrofon, wie ihn Scientology von den Schnäpsen geheilt hat. Dann von einem schwarzen Daimler mit der Kennzeichen-Endung 0711 abgeholt werden, um auf der Rückbank den ersten Gehirnbeschleuniger zu testen. Die Realität: Mit Germanwings nach Schönefeld und mit der S-Bahn genau so lange nach Berlin rein brauchen wie davor mit dem Flugzeugle von Stuttgart nach Berlin.
Egal, steh ich drauf, mach ich immer so, kommt man mit mehr Heimat-Gefühl an, da die Stationen auf der Strecke nach Berlin rein auch nicht besser aussehen als Vaihingen, Rohr, Leinfelden und was sonst noch so zwischen Schwabstraße und Flughafen an Haltestellen kommt. (Wieso ist die Strecke zwischen Schwabstraße und Universiät eigentlich so verflixt lang? Kommt mir immer so lang vor, als würde man einmal heimlich unter dem längst schon existierenden tiefer gelegten Hauptbahnhof unten durch geleitet, um dann über Esslingen nach Vaihingen zu cruisen.)
Voll viele Neider, Hater und Donzdorfer sagen ja immer, Berlin, ey, voll uncool, nur Poser, geht gar nicht. Ich find’s dagegen immer total dufte dort, wahrscheinlich weil ich selber posender Donzdorfer im Herzen bin. Kammertheater im Rum Trader bei sensationellen Mischgetränken und geilem KaDeWe-Publikum, mittags in der Sonne im Club der Pensionäre am Herrentag den ersten Hartalk trinken und den Druffis beim Gesichtsgulasch zuschauen, abends eine Neukölln-Führung von Cosimo-Biograph Moritz Drung bekommen und am nächsten Tag tolle Souvenirs im noch tolleren Laden Schnapskultur kaufen. Kann man locker machen. Auch mehrere Tage lang. Vielleicht auch Jahre. Muss ich mal bei Gelegenheit ausprobieren.
Samstag dann eben Paule in der Wuhlheide. Kannte die Wuhlheide vorher nicht, hatte nur registriert, dass da sommers immer ein vernünftiges Line-Up herrscht. War dann völlig begeistert von der schönen Location und ihrer herrlichen Kessel-Form. Die Wuhlheide ist quasi das Stuttgart unter den Konzertlocations, auf der einen Seite die Bühne, außen rum allerfeinste Halbhöhenlage und in der Mitte die Innenstadt. Und Heslach.
Das Konzert war mit 17.000 Raverlein ausverkauft, sonntags das gleiche Spiel noch mal, ebenfalls ausverkauft, angeblich hätte Paul noch einmal spielen können, so viel Kartenwünsche gab es. Hätte dann aber mangels anderer Termine freitags spielen müssen, vor dem lange angekündigten ersten Termin. Das wollte er dann wiederum den Die-Hard-Fans nicht antun, dass all die Zuspätchecker und Nixblicker zuerst in den Genuss eines sommerlichen Kalkbrenners kommen sollten. Fand ich eigentlich ganz sympathisch, aus solch einem Grund auf absurd viel Geld zu verzichten.
Vor Paul spielte Fritz, der Spaß soll schließlich in der Familie bleiben. Von Fritz hab ich leider nicht viel mitbekommen, da ich verzweifelt von einer Getränke-Stand-Schlange zur nächsten gestolpert bin, gute Festival-Orga macht das Leben lebenswert, um dann pünktlich mit den ersten Plastikbieren bei Paule im Innenraum bei meinen Lieblingsfreunden aus Berlin zu stehen.
Die Menge ist von Anfang an total ausgerastet, konnte man auch wirklich mit gutem Gewissen tun, Wetter super, Publikum gut abgemischt, Sound astrein, zu Beginn viel Neues von „Icke wieder“, hatten die ganzen Fans auch schon brav gekauft und sich gefreut.
Wir standen wie gesagt im übertragenen Sinne so zwischen Heslach und S-Mitte, und so sah das Publikum auch aus. Mein Freund Robert ist Berater und kann sich eine warme Mahlzeit am Tag leisten, seine Freunde auch, um uns rum waren aber auch angenehm viele Brandenburger. Mein Lieblings-Schlachtruf an dem Abend: „1, 2, 3 – Oberkörper frei“.
Das Kalkbrenner-Publikum ist ja ganz speziell, wie ich vor dem Konzert noch in der Süddeutschen Zeitung lernen durfte. Zum einen der Teil der Bevölkerung, der den Laden am Laufen hält und nur noch bis um 3 Uhr feiert, weil er am nächsten Tag funktionieren muss. Der andere Teil eben Fans der ersten Stunde, die eher so aus dem Umland kommen. Konnte mich in der Wuhlheide voll mit beiden Teilen identifizieren, bin schließlich auch Umland, das funktionieren muss.
Paule selbst fand ich sehr heiter. Wenn er auf den Leinwänden eingeblendet wurde, hat er mitunter einwandfreie Selbstgespräche geführt oder so Queen-Mum-mässig in die Menge gewunken. Immer schön verschmitzt im Gesicht, ich mittlerweile ordentlich verschwitzt. Man munkelt ja, dass er immer noch ganz gerne den Icarus gibt, bis er auf Betriebstemparatur ist. Finde ich absolut unterstützenswert, wenn man es sich leisten kann.
Gegen Ende des Auftritts sind wir dann noch ein bisschen auf den Killesberg, also die Vip-Tribüne, um mit meinem Vorbild Jörg Rohleder und dem Schowi abzuklatschen. Vip-Tribüne übrigens nicht, weil ich Vip bin, sondern weil Berlin wie Stuttgart funktioniert. In Stuttgart gibt es den Ram, der die Presse für alle Clubs macht und Gästeliste mit zweitem Namen heißt. In Berlin macht ein netter, junger Mensch die Presse von vielen großen Veranstaltungen, und da ich einmal mit dem netten Menschen bei den HipHop Open zusammengearbeitet hab, bekam ich ein duftes Bändle fürs Konzertle.
Das Icke-wieder-Finale war dann von der Tribüne aus richtig geil: Sonne untergegangen, die Pillen wirken auch beim letzten Brandenburger endlich wie gewünscht, Menge tobt, Paule geht, macht sich frisch, Menge tobt noch mehr, Paul kommt zurück, spielt noch drei Hits bis zum großen Final Countdown.
Das wird dann fast ein bisschen Wetten-dass-mäßig. Die ersten Takte von Sky and Sand im Ohr, klatscht die Menge rhythmisch deutsch, wie beim Musikantenstadel – oder eben Wetten dass?!. Techno ist halt doch Marschmusik fürs neue Jahrtausend, das Volk gut drauf, Paule zündet ein abartiges Feuerwerk und ich wünsche allen Umstehenden ein gutes, neues Jahr.
Schowi dreht ein Video vom kollektiven Glück, Jörg macht Fotos vom Kalkbrenner und ich fotografiere die beiden, wie sie dokumentieren. Drei Seggel mit Smartphones halt, hätte nie gedacht, dass es mal so weit kommen könnte.
Zur Afterhour dann noch eine Reiseführung von Schowi durchs nächtliche Berlin bekommen, waren unter anderem im Picknick, Jörg fand’s eher lahm, mich Landei hat’s aber ordentlich beeindruckt. Das Konzert, die Nacht mit Clubreiseführer Schowi und überhaupt der komplette Ausflug. Herzlichen Dank, Berlin, du bist voll ok.
Werbeeinblendung: Anfang 2008 noch vor 100 Leuten im Romy S., spielt Herr Kalkbrenner am 1. Oktober 2011 in der Schleyerhalle. Bevor das Konzert ausverkauft ist und der Paule dreimal das Stadion füllen muss, bitte rechtzeitig Karten checken.
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Wenn DJs langweilig ist…
Am 7. Jun 2011, 15:00 Uhr von Thorsten W.
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DJ Namen Generator
Am 29. Apr 2011, 13:00 Uhr von Thorsten W.
Kleiner Spaß für zwischendurch: Solche Zufalls-Namensgeneratoren gibt es ja viele, ich kenn das noch, als meine Holde vor zwei Jahren einen Derbynamen als Rollergirl gesucht hat. Gebracht hat’s aber nix.
Das ist jetzt also der DJ Namen Generator, und natürlich kommen da sehr lustige Ergebnisse raus, z.B.
Shitty The
Tiny Dirty Underwear
Fishy African
Snapping Umbra
Solemn X-FileLangsam hab ich auch nen Verdacht, wo die ganzen NuRave-DJs ihre Namen her haben…
Gesponsert bzw. gehostet wird das Ganze übrigens von einem DJ-Ratgeber-Buch namens “Der perfekte Deejay”.
“In nur 10 Minuten durchstarten.
Sei ehrlich. Wie perfekt bist du wirklich? Manchmal zweifelst du an deinem eigenen Auftreten, deinem Style, deiner Kommunikation mit dem kritischen Publikum…
Für diese Situationen existiert ein (auf deine Psyche konzentrierter) DJ Ratgeber!”
Kann man für 15 Euro als eBook runterladen. Hab ich nicht gemacht, das ist mir zu viel Geld. Da bleib ich lieber ein schlechter DJ.
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