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52 Videos/46: Nirvana
“Smells Like Teen Spirit”Am 19. Mai 2011, 09:00 Uhr von Thorsten W.
http://www.dailymotion.com/video/x1wcq4
Ja, Nirvana. Alles wurde schon dazu gesagt, alle Geschichten erzählt. Ich hab damals, 1991, als das zweite Album “Nevermind” rauskam, Rap gehört und schon bissle Techno. Alles, was mit Gitarre zu tun hatte, fand ich per se schon mal Scheiße. Aber wie’s so ist, bei manchen Sachen erkennt man dann aber trotz aller Verbohrteit auch in jungen Jahren schon die Qualität. Und mein Bruder hatte das Album, also wurde es in seinem Golf 1 auch angehört.
Außerdem hatte damals ein Freund von mir eine Band – er war auf dem Gymnasium, da musste man damals in ner Band spielen. Und Nirvana covern. Ich glaube, die haben das damals gar nicht schlecht gemacht, soweit ich mich erinnere. Sie haben dann mal bei ner Schuldisco, bei der ich aufgelegt hab, nen Gig gespielt… ok, BHs sind keine geflogen, aber kam einigermaßen gut an.
Das Video zu “Smells Like Teen Spirit” ist ziemlich berühmt, wurde von Samuel Bayer gedreht, der sagt, er dachte damals, sie würde ihn das Video drehen lassen, weil sein Showreel so schlecht war, und darum etwas punkiges dabei rauskommen würde. Dann kam aber was ziemlich cooles dabei raus, eine Optik, die glaube ich noch viele andere Musikvideos inspiriert hat. Hat auch ganz viele Preise gewonnen und Rekorde gebrochen. So ein gestreiftes T-Shirt kann man heute übrigens gut auch wieder anziehen.
Ein Nachtrag aus Setzer’s “Ach, einfach mal ‘Sichern unter’”-Archiv:
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52 Videos/45: Leftfield feat. Afrika Bambaataa “Afrika Shox”
Am 12. Mai 2011, 08:52 Uhr von Thorsten W.
http://www.dailymotion.com/video/x15t4o
Zufall. Gerade kurz in die zweite Folge dieser Serie vor einem Jahr reingeguckt, da hatte der letzte Kommentator auf dieses Video hingewiesen. Leftfield mit Afrika Bambaataa. Eigentlich gute Kombi. Hab ich jetzt erst angeguckt, und kannte ich nicht. Oder hab’s vergessen. Und wer hat’s gemacht? The master himself, Chris Cunningham.
Ansonsten fällt mir nicht viel dazu ein, gutes Video mit irgendwann relativ vorhersehbarem Ende, aber auch optisch dafür, dass es über 10 Jahre alt ist, absolut top. Afrika Bambaataa wie immer im Hammer-Outfit, der sitzt wahrscheinlich irgendwann auch mit Ledermantel und Spiegelbrille im Altersheim.
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52 Videos/44: Étienne de Crécy
“Am I Wrong”Am 28. Apr 2011, 09:02 Uhr von Thorsten W.
In der letzten Woche hatten wir es ja schon von House-Videos aus den 90ern, und heute gibt es noch einen Nachschlag von Anfang der 2000er. “Am I Wrong” von Étienne de Crécy war kein Mega-Hit, eher so ein mittelmäßiger Clubhit, aber dafür, dass er außer einem Millie Jackson-Sample keine Vocals hatte, für die Zeit schon recht erfolgreich. Und das Video ist auf jeden Fall sehr nett, hab ich mir damals sehr gern angeguckt und die 3D-Animationen waren durchaus auf der Höhe der Zeit.
Bekannt wurde der gute Mann allerdings schon viel früher, und zwar 1997 mit seinem Album “Superdiscount”, das mit Air und Alex Gopher entstanden ist und damals das Maximum dessen war, was an Pop-Appeal in der etwas hochnäsigen Minimal-Szene noch akzeptiert wurde.
Diese französischen Jungs bildeten so die erste French House-Welle, knapp bevor Daft Punk mit “Homework” das große Ding losgetreten haben. 2002 erschien dann das zweite Album von de Crécy, von dem auch das fluffige “Am I Wrong” stammt, und 2004 erschien schließlich “Superdiscount 2″ mit der Originalbesetzung und den Jungs von Cassius.
Heute ist es denke ich eher still um Étienne, aber mich würde nicht wundern, wenn er noch bei dem ein oder anderen französischen NuRave-Star an den Reglern sitzt.
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52 Videos/43: 90s-House-Special
Am 15. Apr 2011, 12:00 Uhr von Thorsten W.
Als in den späteren 90ern Vocal-House der heiße Scheiß war gab es auch im Musikfernsehen eine Welle passender Videos – denn nach der nicht unbedingt massenkompatiblen Technobewegung Anfang des Jahrzehnts gab es endlich cabrio- und werbeagenturtaugliche Clubmusik.
Die Tracks, die es ins Fernsehen geschafft haben, sind nicht unbedingt kommerzieller als das, was im Club lief, aber die Tendenz war natürlich da. Und die Videos ähneln sich doch frappierend: Meistens steht irgend ein Typ da der singt, die Kamera dreht sich oft um ihn rum, und außenrum tanzen ein paar dünne Models in bunten knappen Disco-Outfits.
Der Imprint und gleichzeitig musikalisch das Vorbild für diese Videos ist – natürlich – The Bucketheads mit “The Bomb”. Dass hinter dem Projekt Kenny “Dope” Gonzalez von Masters at Work steht wusste ich damals noch nicht, auch das Original von Chicago “Street Player” kannte ich nicht. Aber ich war begeistert.
http://www.dailymotion.com/video/x1u4oj
Am zweitbegeistertsten war ich von The Nightcrawlers mit “Push The Feeling On”, einem britischen Projekt. Super, ähm, Video-Idee im Fotoautomaten, und ich glaube niemand weiß was der Typ wirklich singt. Und bis heute suche ich die Video-Version des Tracks, weil nur hier gibt es diese “Push it let’s push it”-Frauen-Vocals:
http://www.dailymotion.com/video/x2579y
Qualitativ fällt der nächste Song sicher ab, und ich weiß gar nicht, ob das damals überhaupt irgendwo im Club lief. Aber das Video passt super in diese Reihe, und irgendwas hat das doch auch, finde ich: Pizzaman mit “Sex in the Streets”:
Pizzaman – Sex on the Streets – MyVideoSelbst aus Deutschland gab es damals Videos in dem Style, wenn natürlich mit eigenem Touch. Whirlpool Productions, das Projekt von Hans Nieswandt, hatte mit dem grandiosen “From Disco to Disco” seinen größten Hit und ein Video, in dem Eric D. Clark wahrscheinlich genau so bekifft ist wie er aussieht:
Whirlpool Productions – From disco to disco – MyVideoStreiten kann man sicher auch über den nächsten Künstler und seinen bis dahin sicher größten Hit, aber das Video, und das muss man zugeben, ist wirklich gut: Tom Novy mit “Superstar”. Hab ich damals auch gespielt, ich geb’s zu.
Ach ja – “Horny” von Mousse T. spar ich mir an dieser Stelle.
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52 Videos/42: Laid Back “Bakerman”
Am 8. Apr 2011, 08:26 Uhr von Thorsten W.
Was für eine abgefahrene Band: Laid Back. Das Puzzle hat sich bei mir erst nach und nach zusammengefügt, weil ich zuerst 1989 auf sie aufmerksam wurde, und zwar mit obigem “Bakerman“. Überaus entspannter Song, hat was Minimalistisches, erinnert mich auch irgendwie an Trio, wenn ich es gerade so anhöre. Der Text ist glaube ich auch ähnlich sinnvoll wie “Da Da Da”.
Und das super Video – passt halt auch einfach zur relaxten Stimmung, so zwischen den Wolken rumzufliegen und ein Brot in den Ofen zu schieben. Wenn es da oben auch eigentlich gar nicht so entspannt ist, wie ich ja vor einiger Zeit selber feststellen konnte.
Irgendwann hab ich dann rausbekommen, dass Laid Back auch hinter dem bescheuerten Sommerhit “Sunshine Reggae” von 1983 steckt. WTF? Das hab ich damals schon nicht richtig zusammen bekommen, und endgültig aus war’s dann, als ich irgendwann “White Horse” auf Maxi gekauft hab, diesen abgefahrenen Elektro-Hit. Und feststellen musste, dass das die B-Seite von “Sunshine Reggae” ist. WTF WTF?
Ich dachte erst an eine Fehlpressung, aber das ist so. Wirklich abgefahren alles, finde ich, und gerade hab ich dann noch rausgefunden, dass Prince irgendwann zugestimmt hat, “White Horse” auch als B-Seite auf seine Single “When Doves Cry” zu packen – und dass der nicht gerade unbekannte Regisseur Lars von Trier das Fallschirm-Video zu “Bakerman” gedreht hat.
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52 Videos / 41: Unsane “Scrape”
Am 29. Mrz 2011, 09:15 Uhr von Setzer
Verzeihung. Keine Möpse, keine Hupfdohlen und auch keine wohlgeformten Hintern. Hier gibt’s Knochenbrüche, Schürfwunden, Prellungen, gequetschte Eier, Bänderdehnungen und Phantomschmerz satt. Muss auch mal sein.
Es ist schließlich Frühling und der will jetzt auch anständig und mit allem Zubehör gefeiert werden. Da gibt’s allerhand ehrenwerte Möglichkeiten: zum Beispiel Socken weglassen, 99-Euro-Tattoo zeigen, marienplatzen, Skateboard fahren oder sich halt mal gescheit mit dem Gesicht und ohne Zähne auf dem städtischen Asphalt lang machen.
Das Lied hier ist von 1995, noch bevor sich Jackass und andere vom Leben gelangweilte Tagediebe vor laufender Kamera mutwillig weh getan, Fürze angezündet oder ihr eigenes Erbrochenes gegessen haben.
“Dagdieb” wiederum, finde ich ein tolles Wort. Sagen ältere Schwaben manchmal, um den laxen Lebensstil anderer zu pointieren. Dabei weiß jedes Kind, dass man Tage nicht stehlen kann. Außer dem 30. Februar vielleicht. Äh, ja. Der Clip zu “Scrape” kostete der Legende nach 200 Dollar und war der Kracher im MTV Programm.
Die dazugehörige Band heißt Unsane, ist aus New York City und schreibt bevorzugt fiese Lieder über Körperverletzung, miese Halunken oder Menschen, denen mit einem sehr großen Hammer Schaden zugefügt wurde. 1A-Misantrophen-Rock Schrägstrich Noiserock Nocheinschrägstrich Hardcore. Nix für die Kaffeelounge mit kostenlosem W-Lan-Zugang. Schrägstrich weggelassen. Zucker auch. Würden sich die Typen würden nie in den Kaffee schütten oder gar eine Vanilla-Latte-koffeinfrei-mit-fettarmer-Sojamilch bestellen.
Je länger ich allerdings darüber nachdenke: Auch wenn Unsane auch mal Tony Hawk’s Pro Skater beigepackt waren – Ich glaube, die können Skater nicht ausstehen. Macht aber nix. Die können niemanden leiden. Gehört da zum guten Ton.
Achso, falls das Ding mal bei “Sexy Sport Clips” läuft, geh ich steiler als die Zacke.
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52 Videos/40: Eric Prydz “Call On Me”
Am 22. Mrz 2011, 10:41 Uhr von martin
http://www.dailymotion.com/video/x1iyjv
Vorneweg will ich klarstellen, dass ich 1. das Lied fürchterlich finde, 2. auch das Video und 3. aber Eric Prydz unter allen Pseudonymen prinzipiell völlig in Ordnung, auch wenn ich den Kerle schon einige Zeit lang nicht mehr so verfolge. Es war damals schon schnell klar, dass dieser Tune nichts mit dem “normalen” Prydz zu tun hat.
So ein Ausrutscherle, vor allem in Deutschland, kann dann schon mal nach hinten los gehen, weil der gemeine Clubber ja denkt, goil, wenn Eric Prydz auflegt, kommt drei Stunden lang “Call On Me”, so wie bei einem Lena-Konzert drei Stunden lang “Satellite” kommt. Nein.
Warum also dieses Video an dieser Stelle? Ganz einfach: Im Laufe dieser Serie war oft davon die Rede, wie wann wo warum und weshalb Musikfernsehen untergegangen ist (ein Wendepunkt ist natürlich die Installation von MTV Deutschland) und warum Clips keine Bedeutung mehr haben, wie toll doch die Zeit war als ein Meilenstein nach dem anderen gedroppt wurde und man noch über Musikvideos diskutiert hat, das noch alles Kunst war, blablabla.
Richtig, die Zeiten sind bis auf gelegentliche Ausnahmen, wie aktuell z.B. “Bodies” von Cee-Lo Green vorbei. Das ist natürlich schade, finde ich auch, weil ich, wie schon gesagt, ebenfalls stark von MTV in all seinen Facetten geprägt wurde, sei es von Ray Cokes über Yo! MTV Raps bis MTV Classics.
Bei all diesen Diskussionen in den letzten Monaten dachte ich mir immer wieder, dass “Call On Me” eines der letzten Musikvideos war, das auf völlig simple, platte Art und Weise, mehr noch als “Baby Baby Baby” von Make The Girl Dance, für eine riesige Aufmerksamkeit gesorgt hat, was ja eben auch die Hauptaufgabe eines Videos ist. Promo und so.
Hierbei ging es nicht um Effekte oder Kameraeinstellungen, sondern natürlich um ganz elementare Dinge: ”Boah ey, hasch des Video gsäh mit denne geile Aerobic-Weiber?” “Ha ja, mega, da isch mir des Messer uffganga in der Hos´!” “Und des Lied isch au voll goil!” “Ja, des fetzt voll nei!” “Gong i glei zum DJ am Wochenende und wünsch mir des!” Öööööööööööeeyyyyy!
Minimaler Aufwand, maximaler Hype. Der Legende nach hat der Clip 20.000 Pfund gekostet. Gut, sieht man ja, einfache Milchmädchenrechnung: 10.000 für die Models, 10 für das Filmteam, 80er Jahre Filter drüber und fertig. Das Studio hat bestimmt irgendnem Kumpel vom Cousin von der Schwester der Tante von Erics Stiefbruder gehört.
Der Drehnachmittag hat sich gelohnt, Platz 1 all over, auch in Deutschland, lag auch daran dass man im Sommer traditionell etwas weniger abverkaufen muss, aber heute wiederum wäre es die Hölle, gabs nen Echo 2005 oder auch zwei, weiß noch wie der Eric etwas unsicher auf der Bühne stand, ist ja dann doch nicht so seine Welt.
Ach so, wenn man heute David Guetta hört, sorry kanns einfach nicht lassen, sehnt man sich geradezu schon wieder nach “Call On Me”. Eine Regel wird halt doch nie gebrochen: Es wird alles nur noch schlimmer.
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