• 6

    Flügel geht immer

    http://www.dailymotion.com/video/xjw0u

    Brauch den Bart, brauch den Flügel, die Haare, vorhin hat einer gemeint, ich hätte wenig Haar, shit, und natürlich die Überblenden. Frau am Schluss und deren Frise auch fast Weltklasse. Hosenanzug FTW. Warum war das eigentlich nicht bei 52 Videos dabei? Hä, Thorsten?

     
    6 Kommentare »
     
  • 9

    52 Videos/52: Grande Finale feat. Lemonbabies “As Long As You Wait For Me”

    So, lange hat’s gedauert und insgesamt lief das Ganze auch länger als ein Jahr, aber ist gar nicht so einfach, eine Serie wöchentlich durchzuziehen. Lange Rede, wenig Sinn, zum Abschluss dieser Serie lass ich noch mal sprichwörtlich die Hose runter.

    Wie schon mal erwähnt hab ich ja vor ein paar Jahren eine Weile als Knecht der Fanta Vier bei Four Music gearbeitet, und wenn ein neues Musikvideo gedreht wird ist es in Plattenfirmen so üblich, dass einer vom Label mitgeht. Der hat nicht wirklich eine Aufgabe, aber ist halt dabei um zu representen. So bin ich u.a. in das Vergnügen gekommen, beim Dreh von Blumentopfs “Safari” und “Liebesbrief” von Thomas D. dabei zu sein.

    Der größte/längste Dreh war aber der für die Lemonbabies, die damals erste und einzige Gitarrenband im Four Music-Portfolio. Ich hab die vier Mädels sehr gemocht, leider haben sie nie den ganz großen Durchbruch geschafft und sich irgendwann aufgelöst, Frontfrau Diane hatte später noch eine ganz veritable Solokarriere.

    Auf jeden Fall sollte ein Video zum Song “As Long As You Wait For Me” gedreht werden (den ich in sensiblen Momenten ganz schön finde), und zwar in Kiew in der Ukraine. Damals gab es zwar noch dicke Budgets für Musikvideos, aber einen dreitägigen Dreh für eine Nachwuchsband leistete man sich auch damals schon nur in der Ukraine, wo ein paar findige Amerikaner genau zu diesem Zweck eine kleine Filmproduktionsfirma aufgebaut hatten.

    So ein Trip wird natürlich von der Produktionsfirma ausgiebig geplant, ab Frankfurt saßen die vier Babies und ich allerdings alleine im Flugzeug. Als der Flieger dann irgendwann – viel zu früh – landete und eine Durchsage in Russisch kam, handelten wir instinktiv richtig und blieben einfach sitzen, bis der Flug weiterging.

    In Kiew angekommen wurden wir standesgemäß direkt am Flieger mit einem Shuttle abgeholt, der uns zu einem kleinen VIP-Terminal brachte, vor dem uns wiederum eine altmodische Limousine abholte, die uns in ein wunderschönes Jugendstil-Hotel brachte.

    Am nächsten Tag ging’s dann los, und Kiew zeigte sich gleich von seiner typischsten Seite: es war arschkalt. Richtig kalt. Dafür machten wir schnell Bekanntschaft mit den 150 männlichen ukrainischen Statisten, die im Video die Lemonbabies jubelnd begrüßen sollten. Erste Drehorte waren ein großer Platz (ich draußen, die Mädels in der warmen Limousine) und ein ehemaliger Flughafen.

    Wieder einen Tag später wurde es dann richtig spannend, denn wie wir erfuhren war Kiew das Hollywood der ehemaligen Sowjetunion, und tatsächlich drehten wir in einer riesigen Filmstadt – inklusive Teich vor einer Häuserwand, auf die z.B. die Kulissen für einen Piratenfilm gemalt werden konnten.

    Während in einem Kulissentheater weitere Szenen gedreht wurden, machten ein Typ von der Filmproduktionsfirma und ich uns auf, das Gelände zu erkunden. Nach einem Kaffee mit den Angestellten in der Kantine machten wir uns auf und bestaunten riesige Studiohallen, unendliche Regalreihen mit Requisiten und lange nicht benutzter Technik. Sehr witzig war auch das Gebäude mit den Requisiten und Kostümen – das hatte drei Stockwerke, und für jedes Stockwerk war eine russische Mama zuständig, die uns ihr Abteil stolz vorführte.

    Zurück beim Dreh war dann die Gelegenheit, mein Anliegen vorzubringen: Ich würde vielleicht auch gern eine Mini-Rolle im Video spielen… wobei ich so den Part des Managers im Backstagebereich vor Augen hatte. Der Regisseur platzierte mich allerdings ins Publikum in die Mitte der 150 ukrainischen Statisten – das Ergebins ist ab Minute 02:19 zu sehen. Ich bin nicht stolz drauf, aber it’s part of history :-)

    Bei der Rückreise checkten wir wieder am Flughafen am VIP-Terminal ein, wobei sich die Passkontrolle doch ungewöhnlich lange hinzog. Bis der Schalterbeamte mich irgendwann zu sich zitierte und höflich um die Überreichung einiger Promo-CDs bat. Ich glaube das war das erste und bisher letzte Mal in meinem Leben, dass ich “Bestechungsgeld” zahlen musste.

    Hier noch mal alle 52 Videos in chronologischer Reihenfolge:

    52 Videos/01: U.N.K.L.E. “Rabbit in your headlight”
    52 Videos/02: Aphex Twin“Come to daddy”
    52 Videos/03: Pulp “Disco 2000?
    52 Videos/04: Soundgarden“Black Hole Sun”
    52 Videos/05: Postal Service “Such Great Heights”
    52 Videos/06: Air “Playground Love”
    52 Videos/07: Massive Attack “Teardrop”
    52 Videos/08: Michael Jackson Special
    52 Videos/09: OK Go “Here It Goes Again”
    52 Videos/10: The Roots “The Next Movement”
    52 Videos/11: The Pharcyde “Drop”
    52 Videos/12: Fatboy Slim “Weapon of Choice”
    52 Videos/13: Die Fantastischen Vier “Michi Beck in Hell”
    52 Videos/14: Daft Punk“Around The World”
    52 Videos/15: Chemical Brothers “Star Guitar”
    52 Videos/16: Die Ärzte “Rock’n’Roll Übermensch”
    52 Videos/17: Björk “All Is Full Of Love”
    52 Videos/20: Computerjockeys“Ping Pong”
    52 Videos/21: Make The Girl Dance “Baby Baby Baby”
    52 Videos/22: Freundeskreis“Wenn der Vorhang fällt”
    52 Videos/24: Beastie Boys “Sabotage”
    52 Videos/25: The Prodigy “Smack My Bitch Up”
    52 Videos/26: The Verve “Bitter Sweet Symphony”
    52 Videos/27: Radiohead “Just”
    52 Videos/28: Dire Straits “Money For Nothing”
    52 Videos/29: Chris Isaak “Wicked Games”
    52 Videos/31: Madonna Double-Feature
    52 Videos/32: Aphex Twin “Windowlicker”
    52 Videos/33: Rage Against The Machine “Killing In The Name Of”
    52 Videos/34: Beastie Boys “You Gotta Fight For Your Right To Party”
    52 Videos/35: Lenny Kravitz “Are You Gonna Go My Way”
    52 Videos/36: KLF “America: What Time Is Love?”
    52 Videos/37: Jamiroquai “Virtual Insanity”
    52 Videos/38: Daft Punk “Discovery” / “Interstella 5555?
    52 Videos/39: Orbital “The Saint”
    52 Videos/40: U2 “Numb”
    52 Videos/40: Eric Prydz “Call On Me”
    52 Videos / 41: Unsane “Scrape”
    52 Videos/42: Laid Back “Bakerman”
    52 Videos/43: 90s-House-Special
    52 Videos/44: Étienne de Crécy “Am I Wrong”
    52 Videos/45: Leftfield feat. Afrika Bambaataa “Afrika Shox”
    52 Videos/46: Nirvana “Smells Like Teen Spirit”
    52 Videos/47: Chemical Brothers “Let Forever Be”
    52 Videos/48: Wu Tang Clan “Gravel Pit”
    52 Videos/49: Aerosmith-Triple-featur
    52 Videos/50: Auto-Special
    52 Videos/51: Autoren-Special

    Ich merke gerade: Entweder haben wir 18 und 19 übersprungen, oder ich find se grad nicht. Egal.

     
    9 Kommentare »
     
  • 21

    52 Videos/51: Autoren-Special

    Wow, das hört sich wichtig an, Autoren-Special, irgendwie nach Feuilleton. Dabei hat es sich nur bei einer Umfrage ergeben, dass jeder unserer Mitautoren eine heimliche Video-Liebe im Keller hat, und diese gesammelte Leidenschaft gibt’s jetzt hier als Höhepunkt der Serie kurz vor ihrem fulminanten Finale.

    AUSSENREPORTER: A-Ha “Take On Me”

    YouTube Preview Image

    Mein Lieblingsvideo ist also mindestens bis heute Take on me von A-ha (als besonderer Service für unsere spanische Leserschaft mit spanischen Untertiteln). War glaub das erste Musik-Video, das mich als Kind geflasht hat, weil ich bis zu diesem Meisterwerk auf TKKG und Die drei ??? war und nicht wusste, dass man durch ein fetziges Video der Realität entfliehen kann. Animation war bis zu diesem Zeitpunkt in Pforzheim nicht bekannt, hab danach beim Tim und Struppi lesen immer gehofft, dass ich auch mal so geil in einen Comic eingeladen werde, hat leider nie geklappt.

    Das Video hat aber auf jeden Fall meine Karriere als A-ha-Fan begründet, auf Hunting high and low habe ich als 12-Jähriger unglaublich abgefeiert, dieser sensationelle Drum-Einstieg nach den ersten Zwei-Kuschel-Rock-Minuten, die abgefahrener Weise durch einen Möwen-Schrei (!) eingeläutet werden (ist der Möwen-Schrei eigentlich die Panflöte des 80s-Pop?), fand ich damals schwer Heavy Metal, hab mich diesbezüglich sogar begeistert an meinen Dad gewandt, als der Song im Radio kam, der fand’s aber eher lame. Hat mich damals in eine schwere Krise gestürzt, dass mir selbst mein alter Herr schonungslos beibringen musste, dass ich auf Schmusepop stehe.

    Ich hab mir A-ha übrigens ernsthaft vor ein paar Jahren auf dem Schloßplatz angeschaut. Damals haben sie mich musikalisch zwar nicht mehr so gecatcht, dafür fand ich Morten Harkets festgetackertes Grinsen um so eindrucksvoller. Muss eine schief gelaufene Schönheits-Op sein, so viel Botox kann man gar nicht spritzen. Bei Crying in the rain stelle ich in einem unbeobachteten Moment aber bis heute das Radio laut und singe mit, bis ich selbst weinen muss.

    So, das musste endlich mal raus. Cooles Gefühl, dass man sich auch für den eigenen Musikgeschmack fremdschämen kann. Oder ist das dann Nahschämen?

    —-

    JANA: Depeche Mode “Just Can’t Get Enough”

    http://www.dailymotion.com/video/xcszhi

    Depeche Mode liebte ich an sich schon. Früher – ’93 oder so – hatte ich ein Brettspiel (ziemlich lässig), so ne Art Monopoly der Musik-Branche. Das hieß Pop-Stars – seiner Zeit sowas von voraus. Da ging’s auch nur um One-Hit-Wonders und Kohle. Auf jeden Fall war Depeche Mode sowas wie die Parkstraße in diesem Spiel. Nicht ganz top, aber ziemlich hot.

    Ich mir also den Namen gemerkt und seither ziemlich fixiert auf Depeche Mode und dementsprechend seelig, als mir 1995 die (erwachsene) Tochter unserer Nachbarin eine Depeche Mode Musikkassette vererbte. Was soll ich sagen, so entstehen Band-Lieben bei Leuten ohne Musikgeschmack. “Just can’t get enough” wurde prompt mein Lieblingssong. Bis ich das erste mal das Video sah. Ich war ein wenig enttäuscht. Ziemlich sogar. Fand vorallem die Haare ziemlich schlimm.
    Aber mit der Zeit hat sich das geändert. Man muss sich eben gewöhnen. Heute gerate ich bei der Sonnenbrille, dem Micro-Mikro, den Partyschirmchen im Panthers Planch und selbstverständlich den Haaren total in Verzückung.

    Keine Adaption – auch nicht die vom großen Schweden 2006 – konnte mich je in Versuchung bringen. Dieser Song braucht Fönwelle und Leder und nicht den Central Park. Ende.

    —-

    LE MISCHI: Notorious B.I.B. “Big Poppa”

    http://www.dailymotion.com/video/x9f9w

    Für meinen Beitrag zu 52 Videos will ich zuerst ein paar Worte an meine Mama richten {auch wenn sie das hier nie lesen wird}. Also, Mama, wenn du mich früher {Mitte der 90er}, als ich noch ein junger Seicher im Teenie-Alter war, mitten in der Nacht vor der Glotze erwischt hast, hab ich dich wirklich nie angelogen. Ich habe wirklich nicht heimlich die miesen 70ies-Softpörnchen mit bajuwarischen Lustmolchen auf Sat1 begutachtet, sondern immer nur eines im Sinn gehabt: MTV, genauer gesagt “Yo! MTV Raps”.

    Ich war ein Rapvernarrter Bursche und es gab für mich nichts Größeres als die Videos der Golden Era {die damals noch keiner als solche bezeichnet hat}. Und eines hat mich immer ganz besonders fasziniert: Die komplett over-the-top inszenierten Kurzfilm-Epen aus dem Hause Bad Boy. Exemplarisch möchte ich deshalb für 52 Videos ein Werk aus dem Oeuvre des unvergessenen Notorious B.I.G. nehmen.

    “Between The Sheets” von den Isley-Brüdern, einer der am meisten gesampleten Songs im Rapgeschehen, war die Grundlage für Biggies Ode an die Perlen auf der Party. Der Track aus seinem grandiosen Debütalbum “Ready to Die” brachte ihm nicht nur eine Grammy-Nominierung und einen Billboard-Award ein, sondern entwickelte sich auch zu einem unfickbaren Evergreen auf Ghetto-Blockpartys und College-Feten, in Stripschuppen und Edelclubs.

    Im Video bahnt sich Herr Wallace den Weg durch die Menge wie der Koloss von Oggersheim, spannt Busta Rhymes die Trulla aus {1:53} und macht auch sonst Moves mit all den Mamis. Für die Chance zum bumbern lässt Biggie sogar T-Bone-Steak, Eier und Käse sausen {obwohl das mächtig Tinte auf den Füller gibt}. Und wie bei allen großen Videos aus der Bad Boy-Ära gibt es auch hier eine große, dampfende Badewanne, in der Puffy mit einer Pulle Schampus und Gespielinnen auf dick macht und dir sagt, dass du deinen Freunden sagen sollst, dass sie mit seinen Freunden Freunde werden sollen und so alle Freunde sein können, gell. Classic.

    {Die BRKLN-Houseparty-Kiste erinnert natürlich frappant an die ähnliche Szenerie bei “One More Chance”, einer weiteren Single aus “Ready To Die”, wo Heavy D der Bouncer bei einer weiteren Biggie-Sause ist. Mit dem Unterschied, dass neben Püffy und Bussa auch u.a. Queen Latifa, Total, Graig Mack, Zhane, Da Brat, Patra, Miss Jones, Jermain Dupri und Aaliyah sowie die beiden Exen von Biggie und Diddy, Mary J Blige und Faith Evans, am Stizzy sind. Ebenfalls ein Classic, keine Frage.}

    —-

    SETZER: Van Halen “Hot For Teacher”

    YouTube Preview Image

    Neulich hab’ ich mit Gott telefoniert. Über Skype, ist billiger. Hat erzählt, dass die geilsten Videos in den 80er Jahren gedreht wurden. Die Rock-Rebellen-Streifen. Den Plot hat er jeder Rockband – damals noch per Post – geschickt. Besonders das Frankieren der Postkarten war eine “Höllenarbeit”. Ulkiger Typ, dieser Gott.

    “Hey Jungs,

    so machen wir das: Langweileridylle in der Vorstadt mit Kindern. Gerne irgendwie geile Tochter oder wahlweise verpickelter Sohn in einem Metal-T-Shirt werden zu Hause nicht glücklich. Vater, Mutter, Bullen, Lehrer, Chef, Nachbar – ach, scheiß drauf: alle anderen sind Idioten. Ihr tretet entweder die Tür ein, springt aus dem Fernsehgerät oder wenn ihr
    Motörhead seid, dann fahrt ihr gleich mit einem Motorrad durch die Hauswand.

    Wenn ihr drin seid: singt euer Lied über die Rebellion oder irgendwas mit “Rock”. Alles klar? Am Schluß tanzt oder headbangt die komplette Familie, euer Sänger fummelt mit der Tochter, Mutter oder macht die Omma wuschig.

    Zwischendrin: einfach geil in die Kamera schauen, irgendwas kaputtmachen oder rebellieren. Alles klar? Rote Autos sind nur erlaubt wenn ihr ZZ Top seid. Ach, egal eigentlich: macht irgendwas. Ihr braucht Chicks, Aufstand und ihr müsst Leuten aus der Vorstadt einreden, dass ihr die Stadtmitte seid. The Place to Be, ihr wisst schon. Jetzt alles klar?

    Tschö mit Ö & Viel Spaß,
    euer Gott”

    —-

    KOLLEGE GEIGER: David Lee Roth “Yankee Rose”

    YouTube Preview Image

    Ein Video aus der Abteilung Attacke: 1985 trennen sich Van Halen und ihr Sänger David Lee Roth. Die Van Halen Brüder suchen sich einen Neuen und nennen das Album dazu „5150“ – der amerikanische Polizeicode für „einen entlaufenen Geisteskranken.“ Pitsch.

    David Lee Roth rächt sich mit einem Soloalbum namens „Eat ‚em and smile“. Patsch. Van Halen kontern mit einer Platte namens „OU812“ (sprich: Oh, you ate one too). PitschPatschAutsch.

    Nachdem Van Halen mit Roth durch Clipklassiker wie „Panama“ oder „Hot for Teacher“ ganz großes Videokino produziert hatten, musste Dave auf Solopfaden natürlich ne Schippe drauflegen.

    Und da David Lee Roth mit Eddie Van Halen schon den vielleicht besten Rockgitarristen seiner Generation zur Seite hatte, musste er auch in diesem Punkt klotzen. Das ist bissle wie Lothar Matthäus. Der kann nach der Blitzehe mit einer 22-jährigen Ektarina auch nicht einfach mit der 48-jährigen Hildegard aufkreuzen. Da muss es schon die gerade 18 gewordene Ruby sein.

    Roth fand seine Ruby bei Frank Zappa: Den „Stuntgitarristen“ Steve Vai. Sein Klampfe-um-den-Hals-schleudern hat bei einer ganzen Schar von jungen Nachahmern tiefe Schürfwunden auf Rücken und Seele hinterlassen. An Vai’s Seite stellte David Lee Roth den Bassgott Billy Sheehan.

    Heute ist Diamond Dave wieder bei Van Halen und alle zusammen sind sie gerade im Studio. Witzig: am Bass ist da jetzt Eddies Sohn Wolfgang Van Halen. Macht drei Van Halens gegen einen Roth. Aber mutig war der Mann ja schon immer:

    Hat sich bei Lloyds in London gegen Vaterschaftsklagen versichern lassen – und Van Halen Songs im Blue Grass Style aufgenommen. Hat ein Album von Chic-Legende Nile Rodgers produzieren lassen – und der Welt im Yankee Rose Video seinen Arsch in Chaps gezeigt.

     
    21 Kommentare »
     
  • 9

    52 Videos/50: Auto-Special

    Kurz vor Ende dieser Serie gleich noch mal ein Special. Praktisch, um gleich ein paar Videos auf einmal abzufrühstücken und gleichzeitig meiner zweiten Leidenschaft nach Bloggen, Musikwünsche abwimmeln und nicht zum Southside gehen abzufrühstücken: Eine wiederum sehr subjektive und unvollständige Auswahl von Musikvideos mit Autos.

    Jamiroquai – Cosmic Girl: DER Auto-Klassiker schlechthin. Der bekennende Autoliebhaber Jay Kay und Kumpels fahren zu gewohnt funky Musik in einem Ferrari F40, einem Ferrari F355 und einem Lamborghini Diablo in den Sonnenuntergang. Da könnte man doch glatt neidisch werden.

    Die Toten Hosen

    Die Toten Hosen – Azzurro: Ich bin ja wahrlich kein Hosen-Fan, aber gegen die Coverversion des Adriano Celentano-Classics kann man nix sagen, und dass sie den Opel Record C Coupé die ganze Zeit anschieben müssen zeugt von einer gewissen Selbstironie. Classic.

    YouTube Preview Image

    Gorillaz – Stylo: Das Video hatten wir schon mal zum Release des letzten Gorillaz-Albums, und Stylo ist wahrlich das richtige Wort. Die Band heizt mit einem 69er Chevrolet Camaro durch die Wüste, wird von einem Police Car verfolgt und schließlich noch von einem gewohnt coolen Bruce Willis in einem fetten Chevrolet El Camino bedrängt.

    YouTube Preview Image

    5 Sterne Deluxe – Dein Herz schlägt schneller: Cooler war Hamburger HipHop vorher nie und danach auch nie wieder. Kalle Schwensen aka N***-Kalle (wie er nicht mehr genannt werden darf) übergibt am Anfang (in dieser Version leider nicht zu sehen) in einer Tiefgarage den Schlüssel zu einer Oberstyler-126er-S-Klasse in perlweiß mit Unterbodenbeleuchtung. Mehr muss man dazu nicht sagen.

    YouTube Preview Image

    The KLF – 3:AM Eternal: Ich bin ja riesiger KLF-Fan, wie schon bei 52 Albums beschrieben, und unter den vielen Geheimnissen und Mythen der Band war ein Auto namens Ford Timelord. Dieses 68er Ford Galaxie Polizeiauto war auf diversen Covers und spielte in Musikvideos wie hier beim grandiosen Titel “3:AM Eternal”.

    YouTube Preview Image

    ZZ Top – Gimme All Your Lovin’: Es gibt wohl nicht viele Bands, die ein Auto berühmt gemacht haben. Ok, dieser Song ist bestimmt kein Meisterwerk (ganz im Gegensatz zu La Grange), aber ZZ Top sind unbestritten verdammt cool. Und ihr Hot Rod “Eliminator”, basierend auf einem 33er Ford T-Modell, ist in der Szene ziemlich bekannt. Und spielt in diesem Video mit. Also.

     
    9 Kommentare »
     
  • 3

    52 Videos/49: Aerosmith-Triple-feature

    http://www.dailymotion.com/video/x19r56

    Beim letzten Video dieser Serie hat ein Leser – ein wenig zu Recht – bemängelt, dass die persönlichen Geschichten zu den Clips fehlen. Und weil wir die Wünsche unserer Leser berücksichtigen: Here we go!

    Anfang der 90er offenbarte sich Leute meiner Generation (hört sich immer wichtig an) wie schon öfter hier erwähnt eine völlig neue Welt, und zwar durch MTV. Die Welt guter Musik und gut aussehender, gut angezogener und gut englisch sprechender Leute. Und ich war damals nicht nur ein wenig in Simone Angel verliebt, sondern auch in Alicia Silverstone.

    Ich nehme mal an, damit war ich nicht ganz alleine, denn genau das war der Plan von Regisseur Marty Callner, der Alicia Silverstone in dem Film “The Crush” gesehen hatte und sich dachte, komm, die ist perfekt für ein Musikvideo, das die damals schon etwas angegrauten Rocker von Aerosmith wieder ins Gespräch bringt und den ein oder anderen Mann vor die Glotze klebt.

    Also erzählt Callner für den Clip zu “Cryin” eine kurze aber prägnante Geschichte, die jetzt nicht direkt Oscar-würdig ist, aber funktioniert. Und die vor allem möglichst oft und aus verschiedenen Perspektiven Alicia Silverstone zeigt (die in dem Video übrigens Docs trägt, lieber Martin) und wie sie sich ein Piercing stechen lässt.

    http://www.dailymotion.com/video/xkkyh

    Das Video ist ein großer Erfolg, also dreht Callner mit Silverstone ein zweites Video für Aerosmith, “Amazing”, das Alicia noch öfter zeigt, aber meiner Meinung nach etwas abfällt. Liegt vielleicht auch an dem hässlichen BMW-Motorrad, das da mitspielt.

    http://www.dailymotion.com/video/xrqsn

    Für den dritten Song, “Crazy”, hat Callner aber dann eine geniale Idee: Er holt einfach noch Liv Tyler, die Tochter von Aerosmith-Sänger Steven Tyler, dazu. Und jeder Mann, der dabei (zumindest damals) nicht komplett durchgedreht ist, hat wahrscheinlich noch mit Barbiepuppen gespielt.

    Das Ganze war unterm Strich dann eh eine Win-Win-Situation wie wir Wirtschaftsbosse sagen – Aerosmith war plötzlich wieder “in”, und sowohl Alicia Silverstone als auch Liv Tyler konnten nach den Videos eine ganz ansehnliche Schauspielkarriere starten.

    Ach ja, die Musik – joah, eigentlich und vor allem damals so überhaupt nicht meins, aber ein überaus gute Gespür für Melodien und Arrangements muss man der Band schon zu Gute halten.

     
    3 Kommentare »
     
  • 7

    52 Videos/48: Wu Tang Clan “Gravel Pit”

    http://www.dailymotion.com/video/x41rg

    Ich war ja nie so tief in diesem Wu Tang Clan-Ding drin, aber irgendwie hat mich persönlich “Gravel Pit” damals (2001) doch etwas überrascht. Den Beat fand ich ziemlich ungewöhnlich und schnell, und das Video hätte ich von Wu Tang jetzt auch nicht unbedingt so erwartet.

    Aber war natürlich ein Mega-Hit damals, wenn auch in den USA wohl nicht so wie in Europa, hier hat es wohl fast jeder DJ (inklusive mir) hoch und runter gespielt.

    Zum Video muss man nicht viel sagen, Flintstones halt, sehr lustig, sehr gut; ich meine mal gelesen zu haben, dass das Video damals in den Original-Kulissen der Comic-Real-Verfilmung gedreht wurde.

    Interessanter finde ich da schon die Samples und Zitate im Song – laut Wikipedia kommt das “Back and forth” von Cameo, der Beat von einem französischen Soundtrack und “It’s a man’s world” von James Brown ist auch noch irgendwo drin. Ziemlich schamlos und unoriginell haben natürlich später Culcha Candela für “Hey DJ” bei dem Track geklaut.

    Bei Spiegel Online bzw. einestages.de war erst neulich ein sehr netter Bericht des Tour-Managers, der den Wu Tang Clan auf der eher missglückten Deutschland-Tour im Jahr 1994 begleitet hat.

     
    7 Kommentare »
     
  • 4

    52 Videos/47: Chemical Brothers
    “Let Forever Be”

    http://www.dailymotion.com/video/xcu35b

    Oh-oh, wir nähern uns langsam aber sicher dem Ende dieser Serie, und da muss ich natürlich schon überlegen, ob ich nicht das ein oder andere musikfilmische Meisterwerk vergessen habe… Tipps und Hinweise können nach wie vor gerne eingereicht werden.

    Dieses Video zählt zweifellos zu den Meisterwerken, “Let Forever Be” von den Chemical Brothers ist von 1999 von deren dritten Studioalbum “Surrender”, auf dem sie sich – eingeleitet durch das wegweisende “Hey Boy, Hey Girl” – erstmals mehr in Richtung House entwickelten.

    Solche Musik stelle ich mir ja immer auf einem großen Festival in England vor, wo tausende Kids völlig durchdrehen – und tatsächlich haben sie 1999 auch in Glastonbury gespielt. Dieses Jahr spielen sie übrigens auf dem Southside, dem Festival, das alle Modebloggerinnen schon ganz hibbelig macht.

    Das Video wurde von Michel Gondry, der hier ja auch schon das ein oder andere mal vertreten war, und besticht durch seine effektvolle Schnitt- und Effekt-Kunst und die doch etwas bedrückende Geschichte.

     
    4 Kommentare »