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Alle Jahre wieder schlimmer
Am 20. Dez 2011, 15:30 Uhr von Jana
Ich glaube, das Phänomen ist mit dem Winterzauber vor einigen Jahren über Stuttgart hereingebrochen: Nikolausmützen auf den Köpfen erwachsener, nicht ganz nüchterner Menschen. Seitdem sind die Kappen dem Weihnachtsmarkt, was die Mini-Dirndl dem Wasen – nicht schön, aber man gewöhnt sich dran (not).
Im Zusammenhang mit vorweihnachtslichen Junggesellenabschieden (ja ja noch schnell im Dezember, die Steuer) ist der Trend in den letzten Wochen mutiert.
Ein fröhliches Potpourri aus Zylinder, Schrimmütze, Cowboyhut – das ist NICHT feierlich
Mal im Ernst, die Niklausmütze an sich ist schon nicht so witzig, wie man nach drei überzuckerten Glühwein denken mag. Aber der Nikolaus-Cowboyhut schlägt dem Fass den Boden aus. Man wünscht sich fast die Motto-Gruppen-Shirts aus dem Sommer zurück.
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Gadget of the day
Am 20. Dez 2011, 15:30 Uhr von Jana
…ok, eigentlich ist es schon älter, aber heute passt es so gut: Let it snow bei Google eingeben und dann aktualisieren. Sch
nee…Keine Kommentare -
Der Schlecker und das Bildungsniveau
Am 28. Okt 2011, 15:00 Uhr von Jana
Großes Management, große Probleme: Das merken wohl auch gerade die Schlecker-Sprösslinge Meike und Lars. Als die letztes Jahr die Drogeriekette von Daddy übernommen haben, gab’s gleich ein großes Portrait im Manager Magazin mit noch größeren Ankündigungen: Schluss mit schmuddeligen Filialen und Schweigen in der Kommunikation. Jetzt wird alles besser, schöner und moderner.
Im Mai kam der neue Slogan “FOR YOU. VOR ORT” (übrigens von Grey), den der Spiegel (der ist auch immer fies) als “dümmlichen Denglisch-Slogan” bezeichnet. Ende Juni folgte dann der neue Blog. Denn Bloggen ist cool. Deshalb machen wir es auch.
Schöne neue Welt bei SchleckerLeider teilte die “Deutsche Sprachwelt” die Auffassung des Spiegels über den Denglischen Slogen und einer der schönsten Muster-Shitstorms seit Kitkat und Jako macht nun seine Runde im Web. Hier eine kleine Chronik zum Lernen und Vermeiden:
Schlecker-Sprecher Florian Baum antwortet der “Deutschen Sprachwelt” in einem Brief, den diese auf Facebook veröffentlicht. Darin verteidigt er den neuen Slogan, da dieser “den durchschnittlichen Schlecker-Kunden” anspreche, der einem “niederen bis mittleren Bildungsniveau zuzuordnen” sei. Nun gut, das mag ehrlich und offen gewesen sein, aber sicher nicht sonderlich clever. Shitstorm Phase 1.
Bei Schlecker entsteht daraufhin wohl etwas Panik: Laut der neuen Unternehmenslinie will man offen sein. Man hat einen Blog, man müsste was sagen. Was tut man also: Man entscheidet sich für einen Kompromiss, die Agentur soll was sagen. Also muss der Junior-Berater von komm.passion ran und ein sauber abgestimmtes Statement posten. Diese Art von Corporate-Sprech auf einem Blog war nun schon wieder keine clevere Idee, aber für richtig Zündstoff sorgt dieser Absatz:
“Und ja, wir stehen zu diesem Motto, wie wir auch zu einer unserer wichtigsten Zielgruppen stehen: Menschen mit einfachem bis mittlerem Bildungsniveau. Menschen also, die ganz normal einen Haupt- oder Realschulabschluss gemacht haben und heute in vielfältigen Berufen das Rückgrat unserer Gesellschaft bilden – zum Beispiel als Handwerker, Briefträger, Krankenschwestern, Büroangestellte oder auch als Hausfrauen und -männer.
Fakt ist: Sie bilden die breite Mehrheit in Deutschland – nach Angaben des Statistischen Bundesamts mehr als 60 Prozent. Vor allem für sie gibt es Schlecker – For You. Vor Ort.” Shitstorm Phase 2.
In den Kommentaren echauffieren sich daraufhin Akademiker und Briefträger gleichermaßen. “Niedriges Bildungsniveau” wird mit “dumm” gleichsetzt. Wie falsch das doch sei, stellt Schlecker dann in Shitstorm Phase 3 fest. Der aktuelle Höhepunkt ist jedoch, dass der PR-Berater den Slogan im Blogbeitrag falsch geschrieben hat: For you for Ort. Eigenes Wortspielchen zerstört. Die Kommentare nehmen kein Ende und so entschuldigt sich der Arme seit Tagen für den Tippfehler.
Die Presse und die Blogosphäre freut es: Endlich mal wieder ein Thema, bei dem alle Mitreden können.
Wer’s verfolgen will:
Schlecker auf Facebook
Schlecker-Blog8 Kommentare » -
Schwabe sucht Frau
Am 6. Okt 2011, 17:00 Uhr von Jana
Eigentlich hatten wir uns über die neue BaWü-Kampagne schon bisschen ausgelassen. Aber ich sag’s mal mit Thorsten’s Worten – naja – da muss noch einer. Im Manager Magazin bin ich auf die erste Printanzeige der neuen Kampagne gestoßen. Unglaubliche Headline: Es muss ein Rock durch Deutschland gehen.
Der Lechblog fand’s gut, einige von euch vielleicht auch. Ich musste erst mal denken: “Macht Angie jetzt einen in Print-Anzeige? Ist schon wieder Wahl?” Ne, die meinen nicht die Kanzlerin, die meinen uns. Mich. Berufstätige Karriereladies für’s Schwabenland. Young Professionals, die nicht wissen, wohin mit dem Ehrgeiz.
Screenshot der Kampagnen-Webseite – sah im Manager Magazin aber auch so aus wie rechts. Kann man auch draufklicken
Ui ui ui. Selten eine “Sympathiekampagne” mit weniger Sympathie bei mir (Zielgruppe?) erlebt. Die Idee ist es wohl zu zeigen, dass in BaWü so unglaublich viele Karrierefrauen unterwegs sind, denen es dank Frauenquote beim Daimler super gut geht und die daher so glücklich sind wie nie und nirgendwo.
Was ist also die logische Schlussfolgerung: Alle Frauen ab nach BaWü. Hier kommt ihr weg vom Herd, werdet glücklich und alt auch, dank ewiger Lebenserwartung. Alles Dank BaWü, nicht weil ihr was könnt, nen üblen Studiengang gewählt habt oder besonders clever seid. Ne, im Land wo Mich und E4-Stellen fließen geht es allen Röcken gut.
Zu sagen, dass das Ganze bei mir einen fahlen Beigeschmack hinterlässt, wäre die Untertreibung des Jahrhunderts. Ich würde die Kampagne 1:1 China empfehlen um die Folgen der Ein-Kind-Politik zu bekämpfen: ”Hier boomt die Wirtschaft, hier ist die Kohle, da braucht ihr eigentlich nix mehr können, herkommen reicht, die Welt erwartet euch.”
Vielleicht ist das der wahre Grund hinter der Kampagne? Schwabe sucht Frau! Her mit den Berliner Modebloggern und den Münchner Party-Girls! Die Ingenieure aus dem Ländle suchen Frauen?
Mal abgesehen von diesen potenziellen Fehlinterpretationen amüsieren mich auch formale Stilblüten, wie die Hashtags #Frauen oder #Bildung. Mega angesagter Scheiß, diese Hashtags. In ner Printanzeige ein wenig wie ein SLS AMG mit Parkkralle: Eigentlich hot gedacht, kommt aber nicht so recht vom Fleck. Bisschen wie die ganze Anzeige.
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Erster Vollkörperkontakt mit Roller Derby
Am 26. Sep 2011, 17:00 Uhr von Jana
Was ein echter Szeneblogger ist, der lässt natürlich keinen Trend aus. Wenn also Drew Barrymore einen ganzen Film rund ums Roller Derby strickt, wird’s höchste Zeit, sich selbst mal ein paar Skates unterzuschnallen und zu testen, wie hart man wirklich ist. Eigentlich hatte ich es eh schon vor, nachdem ich mir im Frühjahr zum ersten Mal ein Spiel der Stuttgart Valley Rollergirlz angeschaut habe. Clevererweise habe ich mein Vorhaben damals auch sofort in großer Runde kund getan. Als Quittung gab’s fieses Gelächter, mitleidige Blicke und circa 25 Nicknames für mein potenzielles Trikot (von “Jana Delay” bis “Prollschuh Jana”).
Am 18. September war’s dann soweit: Recruiting Day! Gemeinsam mit Kollegin Irina und ca. 30 weiteren mehr oder weniger versierten Hobby-Skatern traff ich mich im SpOrt in Cannstatt.
Runde eins: Verpacken. Helm, Knieschoner, Ellenbogenschoner, Handschoner, leider kein Popo-Schoner. Runde zwei: Fallen üben. Müsste man meinen, das klappt von allein, aber richtig fallen ist gar nicht so leicht. Ich bin auch heute, wo ich fast wieder schmerzfrei eine Treppe runter laufen kann, sehr sicher, dass es dieses Aufstehen-ohne-Hände war, was mir den fiesesten Muskelkater meines Lebens einbrachte.Bißchen pink im Gesicht, bißchen blau am Hintern – aber überstanden
Runde drei schließlich: fahren. Was soll ich sagen, das macht schon süchtig. Nach Runde vier (Theorie und Taktik)hat mein Gesicht wieder fast eine natürliche Farbe und Roller Derby einen neuen Fan.
Leider ist Begeisterung ja bekanntlich nicht alles und an Talent und Zeit mangelt es etwas. Daher hier ganz offizell von meiner Seite: Ho ho, ihr Zweifler, I MADE IT! Jetzt bin ich aber wieder raus. Werde mich dem Roller Derby weiterhin als Zuschauer widmen. Aber ab jetzt als sehr, sehr erfürchtiger Zuschauer.
Next Heimspiel der Stuttgart Valley Roller Girlz: 29.Oktober gegen Birmingham im SpOrt in Cannstatt
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Fäschen-Power
Am 5. Sep 2011, 13:30 Uhr von Jana
Seit Samstagmittag hat Stuttgart eine Fashion Highlight mehr: Là pour là hat in der Königstraße 1 seine Glastüren geöffnet. Mode-Experte Setzer hatte die Hintergründe zum neuen Shop neulich schon mal erläutert.
Am Samstag konnte man bei Häppchen und Sektchen einen ersten Blick auf das feine, aber noch etwas ausbaufähige Sortiment werfen. Neben Marken wie wood wood, Edith & Ella und minkpink gab es z.B. auch ein paar hübsche Teile von minimum, ein Label, das unsere modekundige Begleiterin Jasmin in Stuttgart auch noch nicht gesehen hatte.
Außerdem findet man im Là pour là es eine kleine Auswahl an Lederetuis, Notizheften und Halsketten, was man sich für die nächste Suche nach einem Spontan-Geschenk schon mal merken kann. Nach dem ersten Eindruck also einen Daumen hoch, für Marias neuen Laden. Bereichert die Stuttgarter Shopping-Landschaft auf jeden Fall.
Là pour là, Königstr. 1 (Im Hinterhof, Passage 1B)
Ebenfalls neu in Stuttgart ist Glore, ein Shop der sich neben Style auch Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben hat. Die vierte Glore-Filiale (nach Hamburg, Nürnberg und München) hat am 18.08. in der Eberhardtstr. 10 aufgemacht. Leider habe ich es hier noch nicht hingeschafft, aber ich kenne den Online-Shop von Glore (steht für globally responsible fashion) bereits seit einer ganzen Weile und finde Konzept und Sortiment – Marken wie the baand, veja und vilde svaner – richtig gut.
Glore, Ebernhardtstr. 10, Öffnungszeiten Mo – Sa, 10-19 Uhr
Vergangenen Samstag eröffnete die Schräglage in der Hirschstraße – und wie man hört sehr erfolgreich. Was hat das mit diesem Eintrag zu tun? Das Abseits-Outlet “Gib Alles” residierte unter der alten Schräglage und ging somit genauso baden.
Nun hat man sich den gerade erst freigeworden Ex-Bergsport-Laden Ecke Theo & Lange Straße geangelt. Das Motto lautet immer noch “High Fashion – Low Budget” – so low, dass man übrigens nur Bargeld akzeptiert, wenn man vermeintlich saugünstigen Teile von Marc Jacobs, Dsquared, Miu Miu oder D&G ergattern will.
Öffnungszeiten Di bis Sa 12 bis 19 Uhr. Dieser Laden wird videoüberwacht.
Und noch eine Shopping-Destination: Allerdings keine neue, sondern eine, die ich schon lange mal erwähnen wollte. Dem Breuni sein Outlet: Red Box, Holzstraße 19, an der großen Baustelle neben dem Cityring. Von allen reduzierten Sachen werden an der Kasse noch mal 50% abgezogen. Da setzten bei mir Jagdinstinkt, Tunnelblick und Schnappatmung ein und ich vergesse ein Bild für den Blog zu machen. Gut, man muss auch ehrlich sagen, dass es eine gewisse Herausforderung ist ein gutes Bild zu machen. Der Laden ist gelinde gesagt hässlich und dazu meistens auch noch ziemlich voll.
Für die hartgesottenen Wühli-Fans empfehle ich den Samstag um die Mittagszeit für einen Besuch. Da kann man zwischen hunderten Renterpärchen und Mutter-Tochter-Cliquen mal richtig zeigen, was man in Sachen Schlussverkauf so kann: Ellenbogen raus und mit einem stilechten Hechter erst mal alles bunkern, was passen könnte. Allen anderen empfehle ich einen Besuch in der Mittagspause donnerstags. Da ist weniger los, meistens neue Ware da und man kann wirklich noch ein paar richtige Schnäppchen abgreifen.
Öffnungszeiten Donnerstag – Samstag 11-19 Uhr, Red Box by Breuninger.
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Wohnungssuche = Wohnungsnot
Am 26. Jul 2011, 14:00 Uhr von Jana
Es gibt drei Dinge, die einen in Stuttgart zum Wahnsinn bringen können:
1. Kehrwoche (dafür brauche ich einen eigenen Artikel, Krupa rebelliert ganz)
2. Parkplatzsuche
3. ImmobilienIch suche seit mehreren Monaten mit Unterbrechung und mehr oder weniger (meistens mehr) lustlos nach einer neuen Bleibe. Was soll ich sagen: Es ist kein Spaß. Jeder, der innerhalb der Kessel-Grenzen schon mal auf Wohnungssuche war, kann es nachvollziehen.
Wie hoch die Mieten in München auch sein mögen, wie lange die Schlangen bei den Besichtigungen in Zürich oder wie unfreundlich die Makler in Berlin – aktuell kann ich mir nicht vorstellen, dass es eine Stadt gibt, in der es schwieriger ist, eine Wohnung zu finden. Und dabei biete ich an Flexibilität eigentlich alles, was man erwarten kann: Ich würde mieten, kaufen, leasen. Ich nehme Nord, Ost, Süd & West. Ich stelle nur eine Bedingung: Kessel-Rand. Den darf es nicht überschreiten.
Und seit ich diesen ulkigen Immo-Scout-Newsletter haben, hat sich die Liste noch etwas verlängert. Meine Top 4, die eine Traumwohnung nie haben darf:
1. Kompaktes Bad
In der Realität ist das Bad dann so groß wie das Klo:
2. Teilrenoviert
Und das ist der renovierte Teil der Wohnung:3. Die Lage
“Im Grünen” – bildlich belegt mit solchen Fotos. Das nenn’ ich mal ne Entscheidungsgrundlage:4. “Zentral und ruhig”
- soweit so gut. Doch dann das Bild: Stuttgart by Nature. Ich kann die Kehrwoche (s. 1. Punkt) förmlich riechen. Die Betonung liegt dementsprechend auf “ruhig”.

Alle Bilder Immoscout
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