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OB Schuster zu den heutigen Ereignissen im Schlossgarten
Am 30. Sep 2010, 19:09 Uhr von martin
Pressemitteilung der Stadt Stuttgart, Eingang 19:06
Im Anschluss an eine Demonstration in der Innenstadt sind heute zahlreiche Menschen im Schlossgarten verletzt worden.
Dazu Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster: „Es war trauriger Tag für Stuttgart. Die Vorkommnisse machen sehr betroffen. Ich bedauere sehr, dass Menschen verletzt wurden und vor allem dass Kinder und Jugendliche zu Schaden gekommen sind.
Wir prüfen derzeit, wie es dazu kommen konnte. Klar ist bislang: Es gab eine Genehmigung für die Demonstration, die am 24. September von einer Vertreterin der ‚Jugendoffensive gegen Stuttgart 21’ angemeldet wurde. Diese Organisation bezeichnet sich als ‚revolutionär sozialistisch’.
Auf Grund der Ereignisse am Vormittag sind die Schüler dann von den Veranstaltern aufgefordert worden, sich abweichend von der genehmigten Demonstrationsroute sofort in den Schlossgarten zu begeben.
Auch mir tut es weh, wenn ein Baum gefällt wird. Wir sollten aber nicht vergessen, dass wir in Stuttgart über 100.000 Straßenbäume haben und 5.000 Hektar Wald mit etwa 700.000 Bäumen. Die Bahn ist zudem verpflichtet, mehr Bäume zu pflanzen als zu fällen. Außerdem wird die Stadt den Park um 20 Hektar erweitern.
Ich habe die dringende Bitte an alle – ob Sie für oder gegen Stuttgart 21 sind – die Situation nicht weiter eskalieren zu lassen. Ich wiederhole ausdrücklich meine Bereitschaft, mit Gegner gemeinsam ein Dialogforum für die Bürger anzubieten.“
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Reizgas und Wasserwerfer
Am 30. Sep 2010, 14:14 Uhr von martin
War jetzt von halb sechs bis halb sieben selbst nochmals unten. Die Cops haben großräumig ihre “Gitterlinie” erstellt und davor versammeln sich mehrere Tausend Demonstranten, darunter auch mein alter Freund Krupa, der total am Ende ist. Er meint, so etwas hat er nicht gesehen, Menschen, denen es aus den Ohren blutet, Leute die auf dem Boden liegen und über die andere drüber trappeln.
Die StZ, die unglaublich spät erst sehr spät über die Ereignisse berichtete, lange nach Taz, Zeit, Spiegel, spricht zwischenzeitlich von Hunderten 100 Verletzten. Die Wasserwerfer, insgesamt vier Stück, rücken gerade ab, zumindest wollte einer wegfahren. Parallel beginnen, wenn ich das richtig beurteilen kann, die Arbeiten an den Bäumen.
Das war sicherlich nicht der schönste Tag für Stuttgart.
Good Night.
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Und noch die entsprechende Pressemeldung der Polizei:
Stuttgart 21 – Polizei sperrt Park ab – massive Behinderungen durch Demonstranten
Stuttgart: Seit Beginn der Absperrarbeiten der Polizei am Donnerstagvormittag (30.09.2010) zur Sicherung der Baustelle für die Grundwasseraufbereitungsanlage im Stuttgarter Schlossgarten (siehe PM vom 30.09.2010, Stand: 10.30 Uhr) sind die Proteste der Gegner des Bahnprojekts im Laufe des Tages immer heftiger geworden.
Die eingesetzten Polizisten bauten an der Seite zum ehemaligen Zentralen Omnibusbahnhof bis ins angrenzende Parkgelände Gitterreihen zur Absperrung des Geländes auf. Bis zu 1 500 Gegner, Tendenz steigend, versammelten sich bereits in den frühen Nachmittagsstunden im Park und blockierten Einsatzfahrzeuge der Polizei.
Polizeikräfte mussten vereinzelt Pfefferspray gegen Demonstranten einsetzen, die auf Einsatzfahrzeuge geklettert waren, diese blockierten oder das Aufstellen von Absperrgittern massiv behindern wollten. Dabei wurden einige Demonstrationsteilnehmer verletzt.
Im Bereich des Biergartens setzten die Einsatzkräfte den Sprühstrahl des Wasserwerfers gegen Demonstranten, die sich unter anderem mit Schirmen und Planen dagegen schützen. Sie wollten die Zufahrt von Einsatzfahrzeugen ins Parkgelände verhindern wollten. Im Laufe der Demonstration benutzten einzelne Teilnehmer Reizgas gegen Polizisten und verletzten dadurch Beamte. Vereinzelt wurden Steine auf die Einsatzkräfte geworfen.
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Nachricht vom Außenreporter (17:00 Uhr): “Völlig überzogener Polizeieinsatz gegen S21-Demonstranten im Schloßpark. Tränengas und Wasserwerfer gegen Schüler, Familien und Demonstranten, die mit Sicherheit nicht nach Steinewerfer aussahen. Absolut schwachsinniger Polizei-Einsatz, Verhalten der Beamten führt zur Eskalation, Demonstranten waren friedlich.”
Neues Video hat er auch noch geschickt, wo man das harte Vorgehen der Polizei sieht.
Im Park gehts ab, pünktlich zum 1. Oktober sollen die ersten Bäume gefällt werden. War vorhin mit Krupa dort, da war es noch friedlich. Die ankündigte Schülerdemonstration hat sich kurzerhand in den Park verlagert, Kids besetzten Polizeifahrzeuge und blockierten den Wasserwerfer.
Aktuell wird der Wasserwerfer und Reizgas eingesetzt. Unser Außenreporter hat mich gerade angerufen, ist schon geduscht worden, Krupa heult vor lauter Tränengas, es geht laut Ingmar krass zur Sache. Er meinte auch, dass sich Autonome aus ganz Deutschland gerade auf den Weg nach Stuttgart machen.
Gerade nochmals mit Krupa telefoniert, die Lage ist äußerst chaotisch. Ihm fehlen die Worte. Die Bilder wären unglaublich meint er. Die Leute werden mit den Wasserwerfern zurückgedrängt. Das Wasser der Wasserwerfer ist mit Reizgas vermengt und man spritzt sporadisch auf die Menge.
Webcams: Flügel.TV oder Cam21 oder Bambuser
Folgende Bilder und Videos von heute Mittag.
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52 Videos/20: Computerjockeys
“Ping Pong”Am 30. Sep 2010, 11:53 Uhr von Thorsten W.
Dieses Video habe ich damals bei Viva Zwei, einem Musiksender, dem noch heute nicht wenige Indie- und Musikliebhaber nachtrauern, im Nachtprogramm gesehen. Und ich glaube man sollte ihn auch nachts auf großem Fernseher mit lautem Sound anschauen – und nicht am Rechner in schlechter YouTube-Qualität. Aber was soll man machen.
Bestechend natürlich die Symbiose aus visueller und akustischer Idee, wobei die Video-Umsetzung fast schon zu naheliegend ist aber natürlich trotzdem absolut Sinn macht. Ginge vielleicht noch etwas ausgefeilter, aber passt schon.
Über die Computerjockeys weiß ich nicht viel, ich hätte sie jetzt gar nicht mit Breakbeats-Sound in Verbindung gebracht, der Track ist aber sehr fein und zieht einen spätestens beim zweiten Hören doch ziemlich in den Bann. Finde ich. Wikipedia sagt, dass die Computerjockeys wohl schon 1996 der erste Elektro-Act waren, die quasi mit Laptops aufgelegt haben – die letzte Veröffentlichung scheint aber von 2001 zu sein. Vielleicht weiß ein Leser was die Jungs inzwischen treiben.
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Der Imperator
Am 29. Sep 2010, 19:00 Uhr von martin
Das Wunder des Jahres ist für mich immer noch, dass sich unser Krupa bei Facebook angemeldet hat (“Mir war halt langweilig.”). Lange Zeit hat er geschimpft wie ein Rohrspatz auf einem Fixie im Windkanal. Nein! Die bekommen meine Daten nicht!
Seither ist er, wie auch ich, dort sehr umtriebig. Schönes Ding. Als allerdings im Frühsommer auf allen Blogs diese Erde der Trailer zum “Facebook-Film” gepostet wurde, dachte ich mir als erstes: Wer braucht denn das eigentlich? Und überhaupt, warum hat der arme Tom keinen Film?
(“Manchmal redet er wie ein Instant Messenger.” Zitat aus einem Porträt über Mark Zuckerberg)
Nächste Donnerstag, 7. Oktober kommt der Fincher-Movie, u.a. mit Justin T. in einer der Hauptrollen, in die deutschen Kinos, in Amerika läuft er bereits. Zumindest der mediale Hype um den Film scheint sich der Flut der Artikel nach zu urteilen momentan zu verdichten. 550 Millionen User gleich 550 Millionen potentielle Kinogäste. Hättest gern, gell.
“The Social Network” zeigt jedenfalls die Entstehungsgeschichte von Facebook und Zuckerberg als hochmotiviertes, konsequentes Milchgesicht, das sich schon zu Beginn seiner Laufbahn vor dem einen oder anderen juristischen Streit nicht scheut. Heutzutage ist der Kerle für nicht wenige Menschen bekanntlich die Reinkarnation des Imperators.
David Fincher ist in meinen Augen nicht der schlechteste Regisseur, Trailer tut nicht ganz unspannend aussehen (kleine, liebevolle Hommage an Dagmar), aber das tuten die meisten. Dank meines defensiven Kinobesuch-Verhalten werde ich wohl auch diesen Streifen verpassen. Bestimmt nicht tragisch.
Wer geht, wer geht nicht? Wir freuen uns über Comments im FB-Stil.
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Minusgleichplus Review
Am 29. Sep 2010, 17:00 Uhr von martin
Gestern Abend war wie angekündigt unser Rennfahrer Thorsten bei der Sendung Minusgleichplus auf dem Freien Radio für Stuttgart eingeladen. Mein Mitstreiter, dessen Look von Monat zu Monat bloggiger wird, spricht mit den Hosts Benjamin Brockhagen (mit Brille, DJ) und Philip Mautner (Labertasche) ein wenig über Kessel.TV, DJing, Musik und seiner Leidenschaft für motorisierte Untersätze.
Alles in allem durchaus unterhaltsam und lustig, wie es eben auf dem Freien Radio meist zu geht. Zwischen den leicht chaotisch-witzigen Gesprächen läuft einwandfreie House-Musik. Wenns etwas rumpelt darf man das ruhig auf die ausgeleierten Plattenspieler im Freien schieben. Dagegen sind selbst die 1210er im Marshall brandneu.
Radiosendung Minusgleichpus mit Gast Thorsten W. by kesseltv
P.S.: Kessel.TV Lieblingspost der Minusgleichplus-Moderatoren war DJ Siggi. Deswegen hier noch einmal:
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Geht doch: Wir sind Süden
Am 29. Sep 2010, 13:15 Uhr von Thorsten W.

Geht doch! Nachdem sich die Region Stuttgart mit dem Logo bekanntlich nicht übermäßig mit Ruhm bekleckert hat, macht das Land Baden-Württemberg vor, wie man’s macht – wie das designtagebuch berichtet, wirbt Ba-Wü jetzt mit dem Claim “Wir sind Süden”, (vermutlich) neuem Logo und vor allem runderneuertem Internetauftritt um Touristen.
Und wie auch die fachkundigen Leser von designtagebuch bescheinigen, das Ganze ist überaus gelungen – der Claim macht Sinn, das Logo ist gefällig und mit den Löwen aus dem Landeswappen nachvollziehbar, Farbgebung und Website kommen modern und fresh und die Bilder machen tatsächlich Lust, in Baden-Württemberg Urlaub zu machen. Vielleicht mach ich das sogar mal
Der Inhalt der Website ist nach kurzem Durchklicken auch ganz umfangreich, und von kleineren handwerklichen Unsauberkeiten kann man absehen. Konzept und Kreation kommen von Nofrontiere Design aus Wien, aber die html-Umsetzung zumindest wurde von Land in Sicht in Ba-Wü umgesetzt.
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Neuer Einwohner
Am 29. Sep 2010, 10:14 Uhr von martin
(Welcome Mr. Thornhill)
No Promis in Stuttgart? Stimmt, dafür haben wir den Krupa, der ersetzt locker Boris Becker und 250 geladene Gäste in Wrangler-Jeans. Seit kurzem hat es nun auch Leeroy Thornhill, Ex-Mitglied von Prodigy in den Kessel verschlagen.
Cooler Typ. Bei Sub Culture konnten wir uns auf die Fahnen schreiben, den im Januar 2004 zum ersten Mal nach Stuttgart gelockt zu haben. Kloi Rammy durfte sogar damals VP machen. Sah komisch aus, weil Leeroy ziemlich groß ist und ich eben eher klein. Mit Undercut wirkt man sowieso nochmals 10 Zentimeter kleiner.
Hab Leeroy als äußert smart im Gedächtnis behalten. Außerdem hätte bei seiner Haltung über dem Pult jeder Orthopäde Weinkrämpfe bekommen. Musste sich aufgrund seiner Körpergrösse ziemlich nach vorne bücken um die Turntables zu erreichen.
Das Set war äußerst rasant und alle 20 Minuten kam ein Prodigy-Hit. Völlig legitim. Und ich meine mich erinnern zu können, dass Jayvee und Piwi mit leuchtenden Augen hinter dem Pult standen.
Seither schaute er immer mal bei seinen weltweiten Tourneen wieder im Kessel vorbei, zuletzt vergangenen Oktober wenn ich das richtig in Erinnerung habe, außerdem wohnt hier Thornhills Produktionspartner Marten. Gemeinsam bilden sie das Duo Smash Hifi und arbeiten seit längerem in Stuttgart an ihrem ersten Album.
Währenddessen hat der ehemalige Prodigy-Tänzer den Kessel lieben gelernt, um nun seinen Wohnsitz hier her zu verlagern. Nachvollziebare Entscheidung, aber bitte bei der Anmeldung Stuttgart als Erstwohnsitz angeben, spart man Steuern, wie wir neulich gelernt haben.
Aight. Und was macht eigentlich Prodigy?
Jedenfalls steigt am Samstag die hochoffizielle Welcome-Party im Beat! Club mit Smash Hifi und Tease an den Decks…
…und Tobias K. fährt mit Z4 vor und gibt zu seinem 30. Geburtstag was aus seinem Picknickkoffer aus, außerdem feiert der Blog Überding an diesem Abend sein zweijähriges Jubiläum. Viele Anlässe. Braucht man oder nicht, Hauptsache die Mugge dampft. Everybody in the place….
Oh mein Gott, fand ich das fett damals.
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