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Handymaultasche
Am 19. Jul 2010, 18:00 Uhr von martin
(Preise wie früher gibt es nur bei der Feuersee Hocketse. But WTF is ne Handymaultasche?)
Mit Thorstens Megaauftritt bei der Boa-Porsche-Roof-Party kann ich leider absolut nicht mithalten, mein Wochenende war trotzdem sehr schön. Trotzdem!
Hab auch nen neuen Job seit Freitag: Tanzflächeneröffner. Beim Fuffi im Transit gedänced wie Fred Astaire anno 1942 und fünf Minuten später war die Bude voll. Entweder dachten die anderen, steiler Typ, da stellen wir uns dazu oder sind aus Mitleid eingestiegen. “Finds voll gut, wenn alte Männer noch Spass haben.”
Jedenfalls war mein Outfit am Freitag weit entfernt von dem Dress unseres Modepapstes W. am Samstag, sondern casual wie immer. Short, Shirt, Schuhe. Kein Wunder, wir wollten ja eigentlich auch nur eine solide Rote essen und keinen Champagner mit Frau Porsche trinken.
Da man kein Garten bzw. Balkon hat, auch kein Equipment zu irgendwelchen öffentlichen Grillanlagen schleppen will und Grill-Kumpel Bams mittlerweile in Big Plochingen wohnt (dessen Grill wir kürzlich meisterlich aufgebaut haben!), bot sich hierfür das Feuerseefest am vergangenen Wochenende an.
Ich bin eigentlich überhaupt gar kein Feschtles-Typ, also wirklich nicht, hasse bekanntlich den Wasen über alles, aber die Geilheit auf eine Rote war einfach zu groß, die dann aber Vorort in eine Schweinehals-Geilheit überschlug. Was eine Handymaultasche sein soll, haben wir nicht nachgefragt.
Da der Krupa beim Feuersee um die Ecke arbeitet und der auch Hunger hatte, haben wir uns dort verabredet. Beim Runterlaufen rief er schon an, dass es “nicht so cool sei”.
Wenn der Krupa das Wort “Fest” hört, denkt er wohl immer noch irgendwie positiv und hofft darauf, dass es auch einen Wagen mit Underground-Rap gibt. Beim Feuersee-Fest lief aber kein Underground-Rap, sondern pumpender House-Pop a la “Bailando”.
Allgemein war da sowieso relativ wenig, was mich etwas überraschte. Dachte das ist so ein Riesenstraßenfest. Aber ein Märkchenstand, ein Grillstand, ein Getränkestand, viele Bierbänke haben ausgereicht um die Zone rund um die Johanneskirche in eine kleine Parallelwelt zu verwandeln. Anders gesagt: Märkchen- und Grillstand am “Festeingang” bildeten eine Schleuse nach Oberfischbach.
Die Typen trugen öfters Ohrringe an beiden Seiten, im schicksten Fall Lederslipper kombiniert mit bunten Hemden (drei Knöpfe offen), im eher unschickeren Fall Shirts mit Aufdrucken wie “Mercedes Motorsport”. An die Frauen bzw. (jungen) Mädels kann ich mich kaum nicht mehr erinnern, das einzige Bild was ich noch vor mir habe war eine leichte Dichte an Wasserstoffblond.
(Lustmolch Ram fotografiert Leoparden-Hintern.)
Kurzzeitig wurde die Musik lauter, was speziell Krupa beim Bratwurstverzehr sehr nervte….
…aber die Tanzmariechen brauchten für ihre Show halt ein wenig Druck.
Wir fragten uns, woher die Leute alle kommen. Also aus S-West oder Feuerbach oder eben doch aus Oberfischbach. Eine Ansammlung Menschen in Stuttgart, die man so nie sieht, so nie wahrnimmt. Auch nicht im Supermarkt oder so.
Dem Krupa wars dann bald zu uncool und wollte schnell weiter, ich fands fast schon gemütlich und hätte auch nochmals ein Radler gezischt. Seit wann trink ich eigentlich Radler?
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Superfreedraw
Am 19. Jul 2010, 16:00 Uhr von Thorsten W.

Und wieder mal eine bestechend einfache Idee, die gerade bei Facebook rumgeht: Superfreedraw ist nicht mehr als eine riesengroße, oder weil virtuell im Prinzip unendlich große Klowand, auf der man sich per Mousebewegung mit einer Zeichnung oder einem Spruch oder sonstwas verewigen kann.
Natürlich kann man sein persönliches Gekritzel verschicken oder posten, und neben viel Unsinn gibt es auch einige schöne Zeichnungen, wenn man sich mal bissle umguckt.
Check hier.
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Kessel-Shirts
Am 19. Jul 2010, 12:30 Uhr von martin
Vor einigen Monaten meinte Yo!-KTV-Raps-Mischi, wie wärs mal mit ein paar Shirts? Das Spreadshirt-System funktioniere bei re.flect vorzüglich. Ich also Krupa angehauen, ob er vielleicht mal ein paar Entwürfe machen will.
“Ey Krupa, wie wärs, lass uns nen paar Shirts auf Spreadshirt machen.”
“Nee, Spreadshirt ist doof und T-Shirts auch.”
“Hm, okay, Shirts sind sicherlich alles andere als eine Revolution, aber kann man doch mal machen.”
“Nein, doof.”
“Okay, du bist der Chef.”
Letzte Woche. Chät mit Krupa, er so:
“Ey guck mal, hab nen paar Shirts gemacht auf Spreadshirt, willste auch eins?”
Er zeigt mir das We Run STGT Tee. Ich kratze mich erstaunt am Kopf.
“Äh, Krupa, ich dachte Shirts und Spreadshirt sind total doof.”
“Ja, geht schon wenn man das richtige Shirt nimmt. Manche sind halt so Bodybuilder-mässig, kurz und breit. Aber mit dem richtigen Modell geht schon.”
“Okay, und wie wärs noch so mit einem “richtigen” Kessel-Shirt?”
“Gib mir zwei Stunden!”
That´s why I love Krupa.
Jetzt haben wir also einen Spreadshirt-Shop, zugegebenermaßen noch etwas spärlich bestückt, aber so wie ich den Kutmaster kenne, wird er bald nachlegen. Einen Jutesack gibt es auch schon, aber leider aktuell auch irgendwie wiederum doch nicht. Fehler im System. Wird sicherlich bald behoben.
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Die Martina und der Veuve
Am 19. Jul 2010, 09:30 Uhr von Thorsten W.

Während sich unser Außenreporter gern mal mit Erfolg in die Untiefen mittelständischen Unternehmertums begibt, zieht es mich ja mehr nach oben – sowohl gesellschaftlich als auch geographisch.
Deshalb konnte ich es mir nicht nehmen lassen, am Samstag die “Boa meets Porsche Museum Roof-Top-Party” zu besuchen. Der Flyer war schon mal vielversprechend – eine Boa, die sich ins Porsche Museum verbeißt. Die Veranstalter schienen Humor zu haben.
Auf dem Parkplatz beim Porsche Museum angekommen wurden die ersten Erwartungen voll erfüllt – zahlreiche Chef-Cayennes mit Esslinger oder Ludwigsburger Kennzeichen neben Chefsekretärinnen-SLKs.
Vor dem Museum die erste Überraschung – Wolke 7 gibt es tatsächlich… wer hätte das damals gedacht?

Dann am Eingang schwäbisch-ordentliches Schlangestehen, die Party ist ausverkauft, der Weißhemdenanteil ist schon angemessen hoch, Bussi links und Bussi rechts und kurze Kleider.

Stilgerecht im verspiegelten Aufzug nach oben und erst mal ein Fashion-Blogger-iPhone-Foto gemacht. Ram hat gemeint, wir müssen hier jetzt mehr auf Fashionblog machen, deshalb wird es solche Fotos jetzt öfter geben. Mein Outfit besteht aus H&M und Topman nebst Blogger-Frisur. Ich hoffe so klappt das auch mit der Akkreditierung für die Fashionweek nächstes Jahr.

Oben angekommen erst mal mad Props für die Architektur. Ich war ja schon zwei Mal im Museum und hab meiner Begeisterung schon Ausdruck verliehen, aber auch dieser Veranstaltungsraum ganz oben ist fantastisch, vor allem mit riesiger Außenterrasse. Da wird man doch leicht neidisch.

Ansonsten hatte man sich nicht allzu viel Mühe gemacht, eine durch ein paar Traversen mit Beleuchtung ausgewiesene Tanzfläche, ein angemessenes DJ-Pult mit Boa-Schild und das Highlight, die VIP-Area. Hat mich irgendwie an die Reiser-Perfect Lovers-Hoch-Zeit Ende der 90er erinnert.
In einer Ecke des riesigen Raumes war nämlich einfach mittels Kordeln ein Bereich abgetrennt, zu dem man nur mit rotem Bändchen Zutritt hatte. Dort drin gab es dann neben einem Porsche-Schild und ein paar Stehtischen vermutlich Freigetränke und den Gratis Blick auf die anderen draußen, die allerdings ebenfalls Gratis auf die drinnen blicken konnten. Das Schild “Bitte nicht füttern” konnte ich nicht finden.
Nach einer ersten Begehung der Lokalität mit Terrasse samt Blick über die Dächer von Zuffenhausen und Gourmet-Essensstand mit erstaunlich moderaten Preisen aber trotzdem bescheidenem Zuspruch…

… suchten wir uns einen strategisch wertvollen Platz direkt an der Tanzfläche, um uns mit den ersten Milieustudien zu beschäftigen. Und es war – wieder einmal – wie erwartet, und alle waren sie da.
Die Fitnessstudio-Betreiber und Immobilienmakler mit La Martina-Hemd aus Gerlingen, die Rechtsanwälte und Ärzte mit Polo Ralph Lauren-Polo vom Killesberg, die Vorstandssekretärinnen mit 5000-Euro-Hupen (noch 12 Raten, dann gehören sie mir), die Millionärsgattinnen mit tiefem Ausschnitt aus dem Breuninger Exquisit (heut geh mer wieder mal richtig abhotte), die gelangweilten Merzschülerinnen mit sehr kurzen Röcken, die im Zweierpack auftretenden Berufssöhne mit Papas Porscheschlüssel und Einstecktuch, die Arzthelferinnen Ende 30 mit knappem H&M-Kleid auf der Suche nach einem Mann mit Geld, die ausgeflippten Versicherungsangestellten mit Salsakurs, frechem Hut und neckischem Kinnbart, die stinklangweiligen Doppelverdiener-Pärchen mit den Kindern bei der Oma beim verzweifelten Versuch, die kläglichen Ergebnisse des Hochzeits-Vorbereitungs-Tanzkurses vor 8 Jahren wieder ins Gedächtnis zu rufen, die Pseudo-Hipster, die nur da sind, um über andere zu lästern.

Es gibt ja selten einen größeren Fremdschämfaktor, als wenn man Leuten beim Tanzen zusieht. Vor allem bei Veranstaltungen, wo ein Großteil des Publikums sich mehr der 50 nähert als der 40 noch nahe ist. Da gibt es die Ausdrückstänzer, die Vor-Sich-Hin-Tribbler, die Balzhähne, die angegrauten Latinas, die Woodstock-Veteranen – ein herrliches Schauspiel.
Wichtig war übrigens, immer einen Eimer mit ner Flasche Veuve auf dem Stehtisch parat zu haben. Falls zufällig der Kumpel aus dem Fitnesstudio, der Geschäftspartner aus Sindelfingen oder der alte Schulfreund aus Korntal vorbeikommt (Meeeensch, Hanneeeeees, jetzt kommsch mal da her).
DJ Nikos gab alles, von “I Am What I Am” über “Lady” bis “Conga” und zurück, so manche Mitt-40erin konnte einen erfreuten Juchzer in Erinnerung an die Schuldisco nicht unterdrücken, und alle hatten einen Mords Spaß. Zugegeben.
Ein ehemaliger Partyveranstalter und jetziger Agenturinhaber meinte zu uns, er wäre zu alt für das alles. Wir konnten ihn beruhigen – er ist nicht zu alt, er ist zu jung.
Update:
Weil wahrscheinlich nicht alle alle Kommentare lesen – hier gibt’s ne Menge schöner Fotos von dem Abend.50 Kommentare »













