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Max mittendrin
Am 7. Jul 2010, 17:30 Uhr von martin
Die Flyerverteiler und Plakatierer leisteten ganze Arbeit, da müsste sogar selbst Patti the Posterer vor Neid erblassen. Am Samstag große Action im Schlossgarten, mächtig viel Prominenz am Start, darunter unser (ehemaliger) Lieblingsbarde Max Herre. Sternemärsche klingt jedenfalls nach einem dramatischen Samstagmittag in der City.
Zufälligerweise, oder vielleicht auch nicht zufälligerweise, macht heute eine Studie von der Züricher Firma ZMA die Runde, die vor knapp zwei Jahren vom Ba-Wü Innenministerium in Auftrag gegeben würde – und seitdem laut Stern unter Verschluss ist. Weiterhin heißt es weiter auf Stern Online:
“Konflikte zwischen Hauptbahnhof und Flughafen mit dem Regionalverkehr” stellen die Gutachter fest, das alles sei “nicht kompatibel mit den angenommenen Fernverkehrszügen in Stuttgart”. So befürchten sie Fahrzeitverlängerungen. Außerdem monieren die Gutachter ein “hohes Stabilitätsrisiko”, eine “knapp dimensionierte Infrastuktur” und stellen laut stern fest: “Gestaltung des Fahrplans nur in geringem Maße möglich”.
Auch der SWR berichtete heute darüber, die StZ hat vorhin einen etwas ausführlicheren Artikel veröffentlicht, der gleich wieder prompt heißt diskutiert wird. StZ-Online und S21 beschte Unterhaltung in Town.
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Discovering Germany
Am 7. Jul 2010, 15:00 Uhr von Thorsten W.

Ein Kollege von mir hat auf irgendeinem Flohmarkt ein wunderbares Buch erstanden: “Multicultural Education Series: Discovering Germany” – es richtet sich augenscheinlich an amerikanische Schüler. Und damit die amerikanischen Schüler wissen, um wen es hier geht, werden zunächst einmal am Anfang des Buches ein “German Boy and Girl” gezeigt:

Optisch wäre dann ja mal alles klar, und es geht an die Sprache. Weil Deutsch natürlich schwer auszusprechen ist, gibt es eine praktische Lautschrift für Anfänger:
“vee HEYESS-en zee”
“ikh HEYESS-eh…”
“vee gayt ehs EEn-en”
“goot DAHNK-eh”
“unt EEn-en”.Guck, ist doch gar nicht so schwer. Für die praktische Anwendung gibt es dann auch noch das bekannte Lied “Hoppa, Hoppa Reiter” (German Bouncing Rhyme). Wär auch n cooler Name für ne Berliner Rap-Kombo: German Bouncing Rhyme.
Und damit man sich auch im nächsten Deutschland-Urlaub zurechtfindet, wird noch ein typisches “German Chalet” gezeigt…

… und erklärt (damit auch nix schief geht):
“German Chalets
1. German Chalets have a wide, overhanging eaves to protect the house from deep snows of the winter in the Alpine mountains
2. Big rocks are places on the roof tops to keep the snow from moving
3. Thick beams support the roofs of the chalets”Auch über die in Deutschland übliche Kleidung werden die amerikanischen Schüler aufgeklärt (“German Costumes”) – ich würde ihnen empfehlen, sich vor dem ersten Deutschland-Besuch auch entsprechend einzudecken:

Landwirtschaft ist natürlich auch ein wichtiges Thema, auch wenn man jetzt nicht mehr ganz so genau zu wissen scheint, in welchem Deutschland man sich befindet:
“One person out of 10 works on farmland. The German government owns 90 percent of the farmland. (…) There are two kinds of farms in Germany. One kind of farm is a cooperative farm. The people work together, farm and harvest the crops, then divide the profits. Other farms are state farms. Each worker receives a wage for his/her work.”
Natürlich ist man sich selbst in Amerika bewusst, dass Deutschland einen enorme Bereicherung für die eigene Kultur sein kann:
“Germans gave Americans…
Levi Strauss Jeans
Weiners, Sauerkraut, and Pretzels
Christmas Carols”Wichtig sind natürlich auch Bräuche und vor allem Feiertage in Deutschland – darum werden die wichtigsten gleich aufgelistet:
“German Holidays and Celebrations
February 25 – Shrove Tuesday/Carnival
July 16 – Kinderzeche
July 22 – Anniversary of the Pied Piper of Hamelin
September 1 – First Day of School
September 21 – Oktoberfest
November 6 – St. Leonard’s Day
December 4 – Nuremberg Christmas Fair
December 6 – St. Nicholas Day
December 17 – Klöpfelnächte (“Knocking Nights”)
December 25 – Christmas”Puh, ganz schön viele Informationen für die amerikanischen Schüler. Deshalb zum Abschluss noch etwas Entspannung mit einem leckeren Rezept – nämlich für die weltberühmten “Flegenpilze” (bitte nachkochen):

Gut, man muss natürlich sehen, dass Deutschland nach dem Krieg noch etwas anders aussah als heute und dass man vielleicht nicht so viele Informationen bekommen konnte… das Buch ist allerdings von 1995.
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Der Nachberichterstattungstyp
Am 7. Jul 2010, 11:30 Uhr von martin
Wenn es für mich eine Erkenntnis bei dieser WM schon vor den letzten drei Spielen gibt, dann die, dass ich zum absoluten Nachberichterstattungstyp mutiert bin. Bis zum Erbrechen ziehe ich mir die Experten rein. Während vieler Spiele hingegen habe ich nebenher Musik gehört, Pflanzen gegossen, meinen Hamster gereinigt und sogar einmal eine schmackhafte Himbeerbananenmohrenkopftorte gegrillt.
Auch bei den Spielen, bei denen man vermeintlich Großes erwartete, wie z.B. Spanien : Portugal, habe ich schnell mit maximal einem halben Auge hingeschaut. Aussi meinte, das war ein richtiges geiles Taktikspiel. Okay.
Das Volk hat schon recht, unter dem Strich war es eine langweilige WM. Oder etwa nicht? War es vor vier Jahren wirklich so viel anders? Vielleicht gefühlt, weil eben in dickes D.
Vor 8 Jahren war es auf jeden Fall ganz arg schlimm. Sure. Im Nachhinein betrachtet muss man sich mehrere Male am Kopf kratzen, wenn man sich daran erinnert, wie sich 2002 die Adler (den Namen fänden die Deutschen voll cool für ihre Überflieger, kam gestern im Zettdeeeeeff) ins Finale gegurkt haben. Macht nix, 2002 geht als das Jahr, in dem der swabian Autokorso geboren wurde in die Geschichte ein.
Hinzu kommt ein persönliches Problem: So sehr ich mich dank Comunio mittlerweile für Fußball interessiere, 90 Minuten gucken ist für mich immer noch eine große Konzentrationsbelastungsprobe. Da werde ich schnell zum Zappelphilipp.
Warum ich dann aber bei der mehr oder weniger trockenen Nachanalyse lechzend hängen bleibe, ist mir selbst ein Rätsel.
Es ist ja nicht so, dass ich Trainer werden will und letztendlich labern die Experten nur Dreck, bzw. erzählen warme Luft, wiederholen eben nur das, was gerade erst geschehen ist. Bringen keine neuen Erkenntnisse. Revidieren höchstens ihre Meinung, die sie vor dem Spiel hatten. Aber was sollen sie auch Neues erzählen? Die Schlacht ist geschlagen, wie man sagt, das Ergebnis weiß jeder. Eigentlich alles brutaler Schwachsinn. Eigentlich.
Aber vielleicht sind die Schnelldurchläufe für so einen 30Percenter -Fubes-Halbwissen-Hirbel wie mich genau das Richtige. Alle Highlights, alle Tore. Zwischendurch sinnfreie Interviews mit verschwitzten Spielern. Alles gnadenlos komprimiert. Präsentiert in der neuesten Technik. Famose Stotterbilder wie es zur Bude kam. Kringel on se Screen! Touchpad-Ästhetik jetzt auch im Ersten! Steve Jobs ist einfach überall.
Und jetzt noch rüber ins deutsche Quartier! Interview mit Schweinsteiger! Fett! Nein, wir schalten jetzt nicht um! Und wie geht es den Cacauschen Bauchmuskeln? Hat Aogo Durchfall? Hat er Trochi angesteckt? Bitte bitte! Entwarnung bei Khedira – uffz! Schläft Fipse mit der Kapitänsbinde? Wie viele blaue Pullis hat Jogi eigentlich eingepackt? Weltklasse!
Ob die Experten selbst Weltklasse waren, kann man stark bezweifeln. Egal, ich gucke sie alle. In einem Punkt mag ich Jürgen Klopp sehr. Okay, ich mag wie viele Jürgen Klopp allgemein sehr. Der sagt ganz klar, wir können hier reden so viel wir wollen, bring alles nix, wir sehen es dann auf dem Platz. Er geht etwas selbstironisch mit seiner Expertenrolle um, finde ich, manchmal kann er sich das Lachen kaum verkneifen oder wirkt auch gerne leicht genervt.
Allgemein gesagt waren Kloppi und Günni nicht die schlechteste Lösung. Klinsi wirkte aber mit seinen Live-Shoutouts im Stadion hingegen wie Ballack am Spielfeldrand. Fremdkörper. Die Rolle sollte Botnangs größter Sohn nochmals überdenken.
Mein Nachbar ist hingegen in den letzten Wochen leicht Fähn vom Titanen-Olli geworden. Kann ich manchmal schon auch lachen, aber allgemein komme mit dem altersmilden Kahn nicht ganz klar. Wenn er seine Stimme um ein paar Tonlagen senkt, könnte er auch glatt eine Renaissance des Literarischen Quartetts einläuten oder eine Predigt in einer bayrischen Autobahnkirche halten.
Gemeinsam mit Frau Holzbein Kathrin Müller-Hohenstein bildet der einst so aggressive Torhüter das verklemmteste Expertenduo in der 3000jährigen Fußballduo-Experten-Geschichte. Selbst im Sexualkunde-Unterricht in der sechsten Klasse ging es bei uns lockerer zu.
Gestern fragten wir uns, ob Kahn und Kathrin Müller-Hohenstein miteinander bumsen. Wie stellt man sich das vor? „Oh ja, du mein geiler Kahn, beiß mich in den Hals und besorg mir einen inneren Reichsparteitag!“ „Kati, wenn man im Finale steht, da freut man sich, da feiert man, das ist für den Fußballer das Allergrößte!“ Zack Orgasmus, abspritzen, Zigarette.
Auch extrem süss der junge Berliner Streber mit seiner Riesentolle, der am Schluss immer noch 5 Minuten ins Studio darf und ein paar dämliche Umfragen vorliest (remember die Adler). Da muss ich fast kotzen, bleib aber trotzdem dran. Ist nicht persönlich gemeint, sondern nur Neid.
Delling und Netzer sind für viele längst überspielt und nicht wenige möchten den Moderator mit dem Glasblick und den untersetzten Ex-Diskotheken-Besitzer auf den Mond oder wenigstens nach Buchholz in der Nordheide schießen.
Die Nummern wir-mögen-uns-nicht-haben-uns-aber-trotzdem-lieb oder auch du-Sportreporter-Horscht-ich-begnadeter-Sportler-der-aus-der-Tiefe-kam wären mächtig abgedroschen. Ich hingegen finde die zwei nach wie vor absolut top. Bei dem Netzer-Minimalismus muss ich einfach immer lachen.
Delling: “Nach den ersten Szenen hab ich gedacht, heute steht ein anderer Mertesacker auf dem Platz als im Ghana-Spiel.”
Netzer: “Ham Sie gedacht!”
Delling: “Sie nicht?”
Netzer: “Nee.”
Kann noch lustiger sein:
Netzer hört ja danach auf, zumindest in Kombi mit Delling, und das finde ich wirklich sehr, sehr schade. Für einen Nachberichterstattungstyp wie mich ist Netzer absolut nicht zu ersetzen. Aber wer weiß, selbst Ballack wurde ersetzt. Jetzt freu ich mich auf heute Abend. Auf das Spiel. Und auf alles danach.
Hier noch zur Einstimmung zwei Bilder von Nora…
…und die Wu-Tang-DFB-Elf von Andre:
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Steve vs. Bill
Am 7. Jul 2010, 09:00 Uhr von Thorsten W.
Die Jokes geistern schon seit einer Weile durchs Netz, aber sie sind einfach der Burner!





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