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Gut drauf
Am 6. Jul 2010, 20:33 Uhr von martin
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Waffenbesitzsteuer
Am 6. Jul 2010, 18:33 Uhr von martin
Geld ist knapp in diesen Zeiten, auch wenn die Stadt 2009 doch noch ein leichtes Plus erwirtschaftet hat, wie gestern gemeldet wurde. Aber was macht man bei Knappheit? Man sucht neue Quellen.
Da in Stuttgart z.B. rund 29.000 Waffen registriert sind (die Anzahl der geschätzten nicht-registrierten würde mich ebenfalls interessieren), will die Stadt nun als erste Kommune überhaupt Waffen besteuern.
Wurde überprüft und ist steuerrechtlich möglich. Natürlich gibt es Ausnahmen. Klingt aber auf jeden Fall alles in allem sinniger als die dämliche neue Parkregelung im Westen und soll bei fast keinem Verwaltungsaufwand 1,2 bis 1,8 Mios in die Kassen spülen. Im Oktober wird darüber entschieden.
Das OBle gibt übrigens heute ein großes Interview in der Stuttgarter Zeitung.
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Fahrradauktion
Am 6. Jul 2010, 15:00 Uhr von martin
(Frau Aussis neuer Sattel, Polizei geprüft)
Vor über einem Jahr besuchten der Aussi und ich den Gemeinderat. Das war sehr lustig. Noch lustiger war damals der Auftritt vom Xinge.
Ich stand wartend bei dem Durchgang Rathaus in Richtung Conrad Electronics und sah ihn schon von weiter Ferne beim Classic Rock Café auf seinem Fahrrad herunter eiern. Er hat dabei total vergnügt großzügige Schlangenlinien gezogen, als absolviert er gerade eine Kür bei der Kunstrad-WM. Gleich steigt er auf Sattel und die Stange und dreht noch eine Pirouette, dachte ich mir.
Weiterhin hatte er einen super Turnbeutel auf den Rücken geschnallt, der mich an meine Grundschulsportzeiten erinnerte, also so ein Polyester-Säckchen mit einem Zuhziehbändel, für die Sportbux und die Hallenkässchuhe. Also genauso eine Tasche wie sie Jan Delay von Louis Vuitton besitzt.
Außerdem sass Wohni auf einem absoluten Schrottbock. Nicht das mein Rad bis auf die massigen Kessel.TV-Sticker unendlich geil wäre, ganz im Gegenteil, aber Aussis Bike war schon bissle Sperrmüll. Hab ich gelacht.
“Ey, hab ich von der Fahrradauktion!” Fahrradwhat? Ja, Transit-Janusch hat ihm davon erzählt, zweimal im Jahr klopft das Fundbüro herren- bzw. frauenlose Bikes für ganz arg wenig Euros raus. Und er macht da bald mal einen Artikel darüber, weil da geht´s bestimmt total ab.
Fahrradauktion klingt tatsächlich nach einer phantastischen Guten-Morgen-Unterhaltung, auch weil ich noch nie auf einer Auktion war, außer natürlich auf Ebay die Hand gestreckt zu haben. Zufälligerweise hat Jana neulich den nächsten Termin verraten: heute, 9 Uhr, Fundbüro, Hauptstätterstraße 66.
Im Versteigerungsraum angekommen wehte uns ein kräftiger Mock entgegen, ungefähr wie in einer S-Bahn, nur etwas stärker. Klar, circa 50, 60 Menschen auf engem Raum, da ist der Sauerstoff gleich alle.
Janusch war auch wieder da, er wäre immer da, meinte er, die Qualität habe aber mittlerweile etwas nachgelesen. Mittlerweile gäbe es viele Metro-Shell-Räder.
Die buntgemischte Meute – alle Geschlechter, alle Altersklassen, alle Einkommensklassen, alle Nationalitäten – scharrte trotzdem schon gespannt mit den Füssen. “Da drüben haben sich die Fixie-Fahrer positioniert”, raunte Janusch schelmisch. Vielleicht auf der Jagd nach einem passenden Rahmen? Ausschlachten nennt man das in der Autoschrauber-Szene.
Der Herr im weißen Hemd erklärte via Mikrophon, dass mir irgendwie sehr ausgeschaltet vorkam, die Regeln. Gemerkt habe ich mir: Bis 100 Euro geht es in 3 Euro Schritten hoch, danach in 5er.
Anschließend wurden einzelnd die Räder reingeschoben und Marke, Rahmenhöhe, Bremstüchtigkeit und Schaltung angepriesen. Die Startpreise schwankten zwischen 1 und 40 Euro, soweit ich das noch richtig im Ohr habe. Das zweite Modell war z.B. ein Elektrorad.
Neben uns wollte einer wissen ob man das einfach so an den Strom anschließen kann. Kein Plan. Ein älterer Herr hat dafür rund 150 Steine hingelegt.
Die Räder sind wie gesagt allesamt herrenlos, evt. für eine Nacht geklaut, ins nächste Gebüsch gedonnert und von der Polizei eingesammelt bzw. im Fundbüro abgegeben worden. Nach einem halben Jahr darf man sie wohl versteigern. Die Geschichten der Räder bleiben jedenfalls wage, wie auch von diesem Rennrad, dem Highlight des Tages.
Da hat es mich schon kurz gejuckt. Aber halt kein Bares dabei gehabt, war ja nur wegen der Party da. Die Räder müssen unmittelbar nach der Ersteigerung bei der freundlichen Kassenfrau bezahlt werden. Die Maschine ging für 205 Euro weg.
Zwischenzeitlich ist auch der Aussi zu unserer großen Freude eingetroffen, aber nicht wegen der guten Unterhaltung, sondern weil er für seine Holde ein Radel ergattern soll.
Kurz darauf stand sein Traumgerät auf dem Präsentierteller. Kurzer Battle mit einer anderen Dame und schon war er für 36 Euro stolzer Besitzer eines gebrauchten Schlitten, definitiv Stvo-tauglich. Kurzer Applaus von seinen Fans.
Prinzipiell waren die Mountain-Bikes in der Überzahl. Mal mehr, mal weniger attraktiv.
Natürlich musste ich noch in ein absolutes, klischeemäßiges Fettnäpfen treten. Zum Abschied kam der Aussi nochmals in den Mock-Saal rein, wir klatschten in der Luft ab, was der Herr Versteigerer prompt als Gebot registrierte – damn! Denn diesen “fancy” Rahmen, wie moderne Lifestyle-Magazine schreiben würden, wollte ich echt nicht haben.
Aber ging alles gut, ich bin gleich wieder überboten worden. Uffz.
Fazit: Wenn man auf der Suche nach einem Stadtrad zum Rumgurken ist, kann man hier schon fündige werden. Die meisten Räder gingen zwischen 40 bis 80 Euro weg, einige wenige sprengten die 100er Grenze.
Die Fahrradauktion findet circa alle sechs Monate statt und wird u.a. von der Stadt Stuttgart getwittert bwz. auf deren Homepage angekündigt.
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Polyphonique Shirt Verlosung
Am 6. Jul 2010, 12:00 Uhr von martin
Passend zu unserem kleinen Jubiläum haben wir ein, zwei Verlosungen im Sack, die wir hier im Laufe der nächsten Tage einstreuen werden. Den Beginn macht dieses schicke Shirt in Größe M und Oversize Rastersiebdruck von den geschätzten Polyphonique Boys, die wir hier schon einige Mal vorgestellt haben.
Polyphonique hat auch erst kürzlich einen eigenen Shop angedockt, wo es aktuell drei Modelle und auch Jutesäckle zum Kaufen gibt.
Wie immer gilt: Keine Fragen, keine Rätsel, keine Rechenaufgaben. Kommentiere dein Begehren oder mail an die stuttgart@kessel.tv.
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Lumberjackin’
Am 6. Jul 2010, 09:00 Uhr von Thorsten W.

Kurz die Vorgeschichte: Mein Vater wurde an der Schulter operiert und ist deshalb zur Zeit etwas in seiner Bewegungsfähigkeit eingeschränkt. Darum hat er mich neulich angerufen: “Sohn, ich hab nen Hänger voll Holz wegzuschaffen. Du und Dein Bruder, macht Ihr das?” – Klar, Männersache, Ehrensache, ab dafür.
Also sind mein Bruder und ich am vergangenen Samstag zu meinen Eltern gefahren (deshalb auch nur ein halber Tag in Zürich) und haben uns ins Abenteuer Holzmachen gestürzt. Männerarbeit. Schweiß, Dreck, Blasen an den Händen.
Die Aufgabe war klar: Ein Hänger voll Holz (siehe oben) in Form von alten Dachlatten von je ca. 150 cm Länge sollte auf eine holzofenkompatible Länge von ca. 30 cm gesägt werden. Mit einer Kreissäge, ebenfalls oben im Bild. Also eine ausgewachsene Kreissäge, nicht so ein Anfänger-Handding, wie man es vielleicht aus dem Baumarkt kennt. “Die schneidet nicht, die reißt” gab mir mein Vater noch mit auf den Weg.
Also hab ich mich in Schale geworfen – Schürze, Handschuhe, Ohrstöpsel – und den Job an der Säge übernommen, während mein Bruder mit der Schubkarre für den Abtransport gesorgt hat.
Im Grunde ist das eine super Sache – endlich mal wieder richtig körperlich arbeiten, anstatt nur am Rechner zu sitzen. Mit purem unbehandelten Naturmaterial umgehen, anstatt auf einer Tastatur rumzuhacken. Sehen, wie ein riesiger Stapel Holz immer kleiner wird, anstatt ein Stapel Papiere.
Meine sonstige Abwechslung vom Büroalltag beschränkt sich auf das gelegentliche stümperhafte Schrauben an Motorrad und Roller, andere in der Stadt lebende Männer haben’s noch schwerer und müssen sich mit dem Polieren des Fixies oder dem Austausch der Schnürsenkel am Air+One2X5F als letzte männliche Tätigkeit abfinden.
Auf jeden Fall hatte ich den Dreh schnell raus – Holz vom Hänger, an der Markierung angelegt, Tisch nach vorne geschoben, gesägt, noch zwei Mal gesägt, Teile in die Schubkarre, und weiter wieder von vorne.
Doch irgendwann, es muss so nach 2 oder 3 Stunden gewesen sein, fing ich mich dunkel daran zu erinnern, was mich früher an Ferienjobs in der Fabrik am meisten genervt hatte: Nämlich genau das. Immer das gleiche. Die gleichen Abläufe und Handbewegungen, immer wieder und immer wieder von vorne.
Aber als wir nach 5 Stunden endlich fertig waren, hatte ich zwar die Schnauze voll, aber den leeren Hänger zu sehen war irgendwie befriedigend, und fertig zu sein wie ein Schnitzel fühlte sich irgendwie richtig gut an. How-how.
Passend zum Thema noch der Alltime-Classic-Holzmacher-Song:

Und passend noch ein Zimmermann-Song – mein allerliebster Soul-Song aller Zeiten… ich könnte jedes mal heulen, wenn ich den spiele, so schön ist er… kein Witz! (CHiller where you at?)

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